NRW-Wohlfahrtsverbände lehnen Kibiz-Entwurf weiterhin ab
s:40:"Gummistiefel in einer evangelischen Kita";
Gummistiefel in einer evangelischen Kita
Düsseldorf (epd).

Die Wohlfahrtsverbände in NRW lehnen den vorliegenden Entwurf für die Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) weiterhin ab. „Das neue KiBiz darf nicht schlechter sein als das aktuelle“, machte die Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Kirsten Schwenke, in Düsseldorf deutlich. Die Vorständin der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe kündigte an, die Gespräche mit der Landesregierung und den demokratischen Landtagsfraktionen würden fortgesetzt.

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme, die an den Familienausschuss des Landtages übersandt wurde, kritisieren die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege unter anderem das Kernzeiten- und Randzeitenmodell. Danach müssen während der Kernzeiten von fünf Stunden pro Tag Fachkräfte eingesetzt werden, während in Randzeiten Ergänzungskräfte alleine die Betreuung der Kinder übernehmen dürfen.

Forderung nach angemessen qualifizierter Personalausstattung

Dieses Modell halte die Wohlfahrtspflege „fachlich nicht für vertretbar“, erklärte Vorstandsmitglied Stephan Jentgens. „Bildung, Erziehung und Betreuung finden zu jeder Zeit in der Kindertageseinrichtung statt.“ Außerdem müssten Aufsichtspflicht, Kindesschutz und Teilhabe zu jedem Zeitpunkt in der Kindertageseinrichtung durch eine angemessen qualifizierte Personalausstattung gesichert sein. Auch die erweiterte Überbelegung von Kita-Gruppen lehnen die Wohlfahrtsverbände ab. Notwendig seien vielmehr kleinere Gruppen.

Ein weiterer „Knackpunkt“ sind nach Jentgens' Worten die erweiterten Buchungszeiten, die künftig neben einer Betreuung von 25, 35 oder 45 Wochenstunden zusätzlich auch 30 und 40 Wochenstunden umfassen sollen. Für die Einrichtungen bedeute das einen deutlich höheren Organisationsaufwand und erhebliche finanzielle Risiken, erläuterte der Diözesancaritasdirektor im Bistum Aachen. Wenn Eltern kürzere Betreuungszeiten buchten, führe das zu niedrigeren Kindpauschalen. Auf der anderen Seite ändere sich aber kaum etwas an den Kosten: „Viele Ausgaben, etwa für Personal, Gebäude oder Miete fallen unabhängig von der Belegung an.“

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen sowie die katholische und die evangelische Kirche vertreten nach eigenen Angaben aktuell 8.300 von insgesamt 10.800 Kindertageseinrichtungen in NRW. In diesen Kitas betreuen mehr als 100.000 Beschäftigte etwa 500.000 Kinder.