NRW-Wohlfahrtspflege: Teilhabe aller ist für Demokratie essenziell
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Diakonie RWL-Vorständin Kirsten Schwenke
Drei Fragen an Diakonie-RWL-Vorständin Kirsten Schwenke
Düsseldorf (epd).

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW lädt am Mittwoch zum neunten Treffen von Menschen mit Armutserfahrung nach Düsseldorf ein. „In Nordrhein-Westfalen lebt mehr als jede sechste Person in Armut, in vielen Regionen sogar noch deutlich mehr“, sagte die Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft und Vorständin der Diakonie RWL, Kirsten Schwenke, dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Für unsere Demokratie ist es essenziell, dass alle Menschen soziale, kulturelle und politische Teilhabe erfahren können.“ Die Tagung an der Hochschule Düsseldorf beleuchtet unter anderem, welche Hürden armutsbetroffene Menschen im Alltag haben und was sie für Teilhabe benötigen.

epd: Wie hat sich Armut in den vergangenen Jahren in Deutschland und NRW entwickelt?

Kirsten Schwenke: Armut hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren auf einem hohen Niveau verfestigt. In Nordrhein-Westfalen lebt mehr als jede sechste Person in Armut, in vielen Regionen sogar noch deutlich mehr. Steigende Kosten für Wohnen, Energie und Lebensmittel setzen viele Menschen zusätzlich unter Druck, während sozialstaatliche Leistungen zunehmend infrage gestellt werden. Dies trifft insbesondere Kinder und ihre Familien, Alleinerziehende sowie ältere Menschen.

epd: Welche Hürden erleben armutserfahrene Menschen im Alltag?

Schwenke: Die größten Hürden bestehen beim Zugang zu zentralen Bereichen des Lebens. Viele Menschen finden etwa keine bezahlbare Wohnung oder können sich kein Deutschlandticket leisten. Sie erleben außerdem ein oft schwer verständliches System aus Anträgen, Nachweisen und Zuständigkeiten, um notwendige Unterstützung zu erhalten. Gleichzeitig fehlen häufig die finanziellen Mittel, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sei es bei Freizeitangeboten, der Digitalisierung oder den Bildungschancen der eigenen Kinder.

Armutsfeste Sozialleistungen und bezahlbarer Wohnraum nötig

epd-Gespräch: Marc Patzwald