Dreimal Wohnen für Bildung
Tausche Wohnen für Bildung: "Ein Freund zum Lernen"
Tausche Wohnen für Bildung: "Ein Freund zum Lernen"
Bremen, Duisburg (epd).

In den Bundesländern Bremen und Nordrhein-Westfalen engagieren sich insgesamt drei Initiativen mit der Tauschidee Wohnen gegen Bildung für Bildungsgerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt in benachteiligten Stadtteilen. Wie die Projekte funktionieren:

„Studyfriends“ in Bremen

Wer in Bremen studiert, kann sich seit 2021 bei den „Studyfriends“ bewerben ( www.study-friends.de ): Drei Wohnungsbaugesellschaften (Gewoba, Brebau und Vonovia) bieten in acht Wohnungen mietfreie WG-Zimmer für Studierende. Sie machen so auch auf die Projekt-Quartiere als attraktive Wohnorte aufmerksam. Die jungen Leute unterstützen im Tausch Schülerinnen und Schüler im Unterricht und bei Hausaufgaben, insgesamt 20 Stunden im Monat. Die Organisation übernimmt der Verein „NaturKultur“.

Die Studierenden zahlen einen geringen Eigenanteil, der Großteil der Kosten wird durch die Wohnungsbauunternehmen, die Bremer Kindergeldstiftung und durch Mittel aus dem Startchancen-Programm des Bundesbildungsministeriums finanziert. Derzeit gibt es nach Angaben von Koordinatorin Lina Schnabel in fünf Schulen 17 Studyfriends. Demnächst soll noch eine Schule hinzukommen.

„Bildungspaten“ in Duisburg

„Tausche Bildung für Wohnen“ heißt ein Projekt mit mittlerweile sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Der Träger ist ein Verein, der erste Standort wurde 2015 in Duisburg-Marxloh eröffnet. Dann folgten Gelsenkirchen-Ückendorf, Witten, Dortmund, Essen, als Franchise-Projekt 2023 Hamburg, Köln ist im Aufbau.

Anders als in Bremen sind es hier größtenteils Bundesfreiwillige, die sich im Tausch für ein mietfreies WG-Zimmer im Stadtteil, monatliches Taschengeld und eine Qualifizierung als „Bildungspaten und -patinnen“ für Kinder in strukturell benachteiligten Stadtteilen engagieren. Pro Jahr arbeiten zwischen 25 und 30 junge Leute mit.

Sie unterstützen in außerschulischen Lern- und Begegnungsräumen der Initiative, den sogenannten „Tauschbars“, unter anderem bei Hausaufgaben und gestalten Freizeit- und Ferienangebote. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch Stiftungen. „Der Fokus liegt auf einer langfristigen Förderung durch Beziehung“, sagt Initiatorin Christine Bleks.

„Bildungsbuddies“ in Bremerhaven

In Bremerhaven ist die Schule am Ernst-Reuter-Platz Kooperationspartner der „Bildungsbuddies“. Die Wohnplätze stellt das kommunale Wohnungsbauunternehmen Stäwog in seinem Studierendenwohnhaus. „Wir haben sieben Plätze für Bildungsbuddies, die immer besetzt sind“, sagt Schulleiterin Nicole Wind. Unterstützt wird das Projekt durch eine Stiftung und ein Netzwerk in der Region Unterweser.

Interessierte Studierende können sich direkt bei Nicole Wind per Mail unter nicole.wind@magistrat.bremerhaven.de bewerben. Sie müssen an der Hochschule in Bremerhaven oder an der Uni Bremen immatrikuliert sein.

Von Dieter Sell (epd)