Bildungsforscher: Schreiben mit der Hand hilft beim Lernen
s:36:"Mädchen schreibt in Schreibschrift.";
Mädchen schreibt in Schreibschrift.
Köln (epd).

Der Bildungsforscher Michael Becker-Mrotzek hält die stärkere Förderung der Handschrift an Grundschulen für sinnvoll. Das Schreiben mit der Hand sei ganz wichtig, „um Dinge, die man gelernt hat, tiefer und besser zu verarbeiten“, erläuterte der Wissenschaftler im „Morgenecho“ auf WDR5. Wer etwas mit der Hand aufschreibe, benutze deutlich mehr Sinne als etwa beim Tippen auf einer Tastatur. „Das führt zu einer besseren Verarbeitung im Gedächtnis“, sagte der ehemalige Direktor des Mercator-Instituts für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung der Universität zu Köln.

Man müsse allerdings nicht zwingend am ersten Tag im ersten Schuljahr ausschließlich mit der Handschrift beginnen, sagte Becker-Mrotzek weiter. „Es ist deutlich einfacher, auf einer Tastatur Buchstaben wiederzuerkennen und zu tippen, als sie gleichzeitig auch noch feinmotorisch mit einem Stift auf Papier zu bringen.“ Deshalb könne es sinnvoll sein, erst einmal mit einer Tastatur etwa auf einem Tablet zu schreiben. Wenn man dann die Buchstaben beherrsche und wisse, wie man Wörter schreibt, komme im nächsten Schritt die Motorik dazu und man stelle die Buchstaben selber her.

Grundschulen sollen Handschrift fördern

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hatte angekündigt, dass ab diesem Schuljahr in den Grundschulen das Schreiben per Hand stärker gefördert werden soll. Viele Lehrkräfte hätten berichtet, dass Kinder zwar tippen und wischen, aber einen Stift nicht richtig halten könnten, wenn sie in die Schule kommen.