Aktion Mensch: KI kann Teilhabe stärken
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Knapp drei Viertel (73 Prozent) der befragten Menschen mit Behinderung nutzen bereits KI-Anwendungen wie zum Beispiel ChatGPT.
Bonn (epd).

Künstliche Intelligenz bietet laut einer Studie der Aktion Mensch Chancen für eine bessere digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderung - wenn sie barrierefrei und inklusiv gestaltet ist. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der befragten Menschen mit Behinderung nutzen bereits KI-Anwendungen wie etwa ChatGPT, Siri oder Alexa, wie die Sozialorganisation in Bonn mitteilte. Rund ein Drittel (34 Prozent) der Nutzer setze KI gezielt ein, um Kommunikation zu erleichtern, beispielsweise durch Übersetzungen, Untertitel oder Vorlesefunktionen.

Am häufigsten kommen KI-Anwendungen den Angaben zufolge bei Wissensfragen zum Einsatz (73 Prozent), gefolgt von Ratschlägen (48 Prozent) oder bei kreativen Tätigkeiten wie dem Erstellen von Bildern (37 Prozent). Vier von zehn Nutzerinnen und Nutzern gaben an, KI helfe ihnen, den Alltag besser organisieren zu können oder unabhängiger zu leben, etwa mit Smart-Home-Anwendungen zur Lichtsteuerung oder Hilfe beim Einkaufen.

Ein Viertel der Menschen mit Behinderung nutzt KI nicht

„Von diesen Möglichkeiten profitieren jedoch längst nicht alle gleichermaßen“, erklärte Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. 25 Prozent der Menschen mit Behinderung hätten noch keine eigenen Erfahrungen mit der Nutzung von KI-Anwendungen gemacht. Eine grundsätzliche Offenheit werde häufig von Ängsten vor der Technologie oder von Sorgen vor Kontrollverlust überlagert. Unter den Nicht-Nutzern sieht den Angaben zufolge zudem mehr als ein Viertel (28 Prozent) in mangelnder Barrierefreiheit ein zentrales Nutzungshindernis.

Ohne gezielte Maßnahmen drohe die digitale Kluft zwischen denen, die KI nutzen können, und denen, die keinen Zugang haben, weiterzuwachsen, warnte Marx. Anlässlich des Digitaltags am 26. Juni appellierte Aktion Mensch deshalb an Politik und Wirtschaft, Inklusion und Barrierefreiheit verbindlich in der Entwicklung und dem Einsatz von KI zu verankern. Außerdem müsse der Zugang zu KI-Technologien durch barrierefreie Bildungs- und Unterstützungsangebote gezielt gestärkt werden.

Für die Studie „Digitale Teilhabe und Künstliche Intelligenz - Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen von Menschen mit Beeinträchtigung“ hat die Aktion Mensch nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Sozialforschungsinstitut Ipsos vom 2. bis zum 5. Dezember 2025 bundesweit 574 Menschen mit Beeinträchtigung online befragt.