Nach fünf Monaten Umbauarbeiten öffnet das Historische Museum Saar wieder die Unterirdische Burg und den Roten Turm für Besucherinnen und Besucher. „Wir sind im Budget, wir waren auch im Zeitplan“, erklärte Direktor Peter Henkel in Saarbrücken. Die Umbauarbeiten sind der erste Teil einer Neukonzeption des Museums. Bis Ende 2028 soll laut Henkel die neue Dauerausstellung fertig sein.
Die neue Präsentation setze „sehr stark auf mediale Inszenierung“, betonte der Museumsdirektor. Große Texte sollen dabei eine Grundorientierung bringen. In erster Linie sei es darum gegangen, den Raum zu erläutern und zu erklären, ohne ihn massiv zu verändern, betonte er. Denn 14 Meter unter der Erde zu sein, imponiere, aber man verstehe eigentlich nicht, was man sehe.
Animationsfilm und Ballspiel
Per Projektionen an die Wände wird etwa erklärt, was Schießscharten oder Kasematten sind. Ein animierter und an die Steinwand projizierter Film zeigt zudem die baulichen Entwicklungen auf dem Saarbrücker Schlossfelsen von 999 bis in die Gegenwart. In einem weiteren Bereich erklärt der animierte Grafensohn Philipp auf der erhaltenen Jeu de Paume-Spielfläche, wobei es bei diesem Ballspiel geht und lädt Besucherinnen und Besucher zum Spielen ein.
Die Gestaltung des Roten Turms richtet sich laut Henkel wiederum vor allem an Kinder im Grundschulalter, um das Leben auf einer mittelalterlichen Burg nachzuvollziehen. So können sie etwa eine Burg mit Elementen aus dem 3D-Drucker nachbauen und an einer magnetischen Tafel herausfinden, was Adlige und Bauern im Mittelalter aßen, indem sie ihnen Lebensmittel zuordnen müssen. Weil es keine Tomaten gab, haften diese bei keiner der beiden Personen. Die Erläuterung steht auf der Rückseite.
3,5 Millionen Euro für Neukonzeption des Museums
Das Historische Museum Saar wird vom Regionalverband Saarbrücken und dem Saarland getragen. Für die Neukonzeption stehen laut Regionalverbandsdirektorin Carolin Lehberger (SPD) insgesamt 3,5 Millionen Euro zur Verfügung - darunter 1,5 Millionen Euro vom Bund und jeweils eine Million Euro von den Trägern. Der erste Abschnitt rund um Burg und Turm habe 450.000 Euro gekostet.