Ein neuer Dokumentarfilm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beleuchtet das Ende der letzten Zeche im Ruhrgebiet. Der zweieinhalbstündige Film „Vom Ende eines Zeitalters“ dokumentiere die Schließung des Bottroper Zeche Prosper-Haniel im Jahr 2018, teilte der Landschaftsverband in Münster mit. Er sei Abschluss einer siebenteiligen Reihe über das Ruhrgebiet in der Zeit des Strukturwandels. Der LWL hat ihn nun erstmals frei verfügbar auf den YouTube-Kanal seines LWL-Medienzentrums für Westfalen „Westfalen im Film“ veröffentlicht.
„Schicht im Schacht“ hieß es vor acht Jahren, als mit der Bottroper Zeche das letzte Steinkohle-Bergwerk Deutschlands geschlossen wurde. Das Dokumentarfilmer-Duo Christoph Hübner und Gabriele Voss hatte den Angaben zufolge bereits im Jahr 1978 begonnen, in der Zeche und der dazugehörigen Siedlung Ebel zu drehen. Daraus entstand der Filmzyklus „Prosper/Ebel - Chronik einer Zeche und ihrer Siedlung“. In sieben Beiträgen erzählen sie von der Arbeit und dem Alltag der Menschen im Wandel der Zeit.
Zechengebäude verschwinden, die Natur erholt sich
Der letzte Film „Vom Ende eines Zeitalters“ zeichne anhand persönlicher Geschichten ein vielschichtiges Bild vom wirtschaftlichen und sozialen Umbruch im Ruhrgebiet, erklärte der LWL. In langen Kamera-Einstellungen und ruhigen Interviewsequenzen zeige das Ehepaar Hübner und Voss, was die Veränderungen vor allem für die Menschen bedeute. Zechengebäude verschwänden, Vereine kämpften um ihr Überleben, eine Kirche müsse schließen. Gleichzeitig könne sich die Natur erholen, ein See entstehe.
Kostenloses Unterrichtsmaterial abrufbar
Ergänzend zur Filmreihe stellt das LWL-Medienzentrum Unterrichtsmaterial kostenlos zur Verfügung. Auf der Online-Bildungsplattform „EDU_westfalen“ sind ein digitales Booklet sowie historische Quellen und praxisorientierte Lernblätter zu Industrialisierung, Strukturwandel und Arbeitsmigration abrufbar.