Der Deutsche Preis für Audiostories wird in diesem Jahr nicht verliehen. Hintergrund ist nach Angaben des Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV) der Ausstieg der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen aus der Trägerschaft des ehemaligen Hörspielpreises der Kriegsblinden. Eine Sprecherin der Filmstiftung sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass die Filmstiftung die organisatorische Verantwortung für die Ausrichtung der Preisverleihung nicht länger übernehmen könne.
Anfang des Jahres hatte die Film- und Medienstiftung den Kooperationsvertrag für den früheren Hörspielpreis der Kriegsblinden gekündigt und war nach 30 Jahren aus der Trägerschaft und der Organisation der Auszeichnung ausgestiegen. Der DBSV ist nach eigenen Angaben als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation nicht in der Lage, allein die Trägerschaft zu übernehmen. Ohne weitere Partner lasse sich die Veranstaltung „weder finanziell noch personell umsetzen“. Für eine Preisverleihung im kommenden Jahr würden noch Partner gesucht.
Umbenennung des Preises
Die Sprecherin der Filmstiftung sagte dem epd, sie wolle den Preis weiterhin „als verlässlicher Partner“ unterstützen und „substanziell finanziell zur Seite stehen“. Die Stiftung habe ihre „Aktivitäten im Bereich Audio“ in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. Nach epd-Informationen hatte die Filmstiftung für die Förderung des Preises einen Betrag von 20.000 Euro pro Jahr vorgesehen. Dazu wollte sich die Sprecherin nicht äußern.
Der renommierte Kulturpreis war im Dezember 2025 erstmals als Deutscher Preis für Audiostories in drei Preiskategorien vergeben worden. Durch die Neuausrichtung war der Preis auch für Audioproduktionen von privaten Produzenten geöffnet worden. Ausgezeichnet wurden ein „Dokumentarischer Podcast“, ein „Fkitionaler Podcast“ und ein „Innovatives oder Künstlerisches Hörspiel“
Der Hörspielpreis der Kriegsblinden wurde 1950 vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands (BKD) gegründet und zwei Jahre später erstmals verliehen. Die Filmstiftung kam 1994 als zweiter Träger hinzu. Ende 2019 zog sich der BKD aus der Trägerschaft des Preises zurück. An seine Stelle trat der DBSV.