Der Pfarrer Bastian Basse, Dozent für Kindergottesdienste in der westfälischen Kirche, sieht Nachholbedarf bei Angeboten für Eltern und ihren Nachwuchs. Die Leitungsebenen in Gemeinden und Landeskirchen müssten sich klar dazu bekennen, dass sie mehr Kirche mit Kindern und Familien machen wollen, forderte er in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“. Die Probleme begännen aber schon bei den Kirchenräumen. „Manche Bänke sind so gestaltet, dass Kinder gar nicht darüber gucken können“, kritisiert er.
Besser wären offene Gottesdiensträume mit flexibler Bestuhlung, sagte der Geschäftsführer Kirche mit Kindern in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Auch eine Kinderecke und ein Wickeltisch für Familien mit Kleinkindern in der Kirche sollten dazu gehören.
Spannende Glaubensreisen mit Kindern
Kinder entdeckten den Glauben mit viel Neugier, erzählte Basse aus Gottesdiensten etwa in Kitas. „Sie haben große Lust, Dinge auszuprobieren und bringen die wirklich großen Fragen mit nach dem Woher und Wohin. Man kann mit Kindern spannende Glaubensreisen machen“, sagt der Theologe und Kinderliedermacher. Sein Favorit seien aber generationenverbindende Gottesdienste. „Dann können alle Generationen miteinander und voneinander lernen und gemeinsam Gott erfahren und feiern, sagte Basse. Das aus England stammende Konzept “Kirche Kunterbunt" sei in den vergangenen Jahren in Deutschland immer beliebter geworden - und funktioniere ökumenisch.
Pfarrer Basse ist seit 2020 Dozent im Fachbereich Gottesdienst und Kirchenmusik mit dem Schwerpunkt „Kirche mit Kindern“ mit Sitz in Schwerte. Der Theologe betreibt den Youtube-Kanal „Liederpfarrer“. In der Evangelischen Kirche von Deutschland (EKD) hat er das Projekt „Kirche mit Kindern - #digital“ der Kindergottesdienstverbände mitaufgebaut.