Die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, haben die Bedeutung von Zuwanderung betont und vor Ausgrenzung gewarnt. Vielfalt sei eine gesellschaftliche Chance, sagte Ruck-Schröder am Sonntag in Münster beim ökumenischen Gottesdienst zum NRW-Tag laut Redetext. Der Münsteraner Bischof Wilmer warnte vor Ausgrenzung und Abschottung.
Ruck-Schröder: Gott will keine Einheitskultur
Mit Blick auf die biblische Erzählung des Turmbaus zu Babel erklärte Ruck-Schröder, Gott wolle keine Einheitskultur. Die Vielfalt von Sprachen, Religionen und Kulturen sei „gottgewollt“. Die Menschen müssten trotz ihrer Unterschiede miteinander reden. Nordrhein-Westfalen habe in den 80 Jahren seines Bestehens Menschen verschiedener Herkunft, Sprachen, Religionen und Kulturen integriert, sagte die Präses. Diese Aufgabe sei jedoch nicht abgeschlossen.
Menschen müssten weder dieselbe Sprache und Herkunft noch dieselben Überzeugungen haben, sagte Wilmer laut Predigttext. Entscheidend sei die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Der Wohlstand des Landes sei wesentlich auch ausländischen Bergarbeitern im Ruhrgebiet zu verdanken.
Wilmer: Empathie „Gütesiegel Europas“
Wilmer würdigte zudem den Beitrag von Menschen mit Migrationsgeschichte im Gesundheitswesen. Viele Menschen würden in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen von Beschäftigten unterschiedlicher Herkunft und Religion versorgt. Wo Menschen einander vertrauten, solidarisch handelten und gemeinsam Zukunft gestalteten, bauten sie „mit Gott“, sagte Wilmer in Anspielung auf den Turmbau zu Babel. Empathie sei „keine Schwäche“, sondern das „Gütesiegel Europas“.
Der Nordrhein-Westfalen-Tag in Münster, der am Sonntag zu Ende gehen sollte, würdigte den 80. Geburtstag des Landes NRW. Das Landesfest steht unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet.“