Kirchen in NRW senden Grußwort zum jüdischen Neujahrsfest
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Nach dem jüdischen Kalender hat das Jahr 5787 begonnen.
Düsseldorf, Bielefeld (epd).

In einem ökumenischen Grußwort zu Rosch Haschana haben die drei evangelischen Landeskirchen und fünf katholischen Bistümer in NRW den jüdischen Mitbürgern und Gemeinden ein gesegnetes Neujahrsfest gewünscht. Im Mittelpunkt des Schreibens steht die gemeinsame Verantwortung für den Erhalt der Demokratie. Anlass ist, dass in zeitlicher Nähe zum jüdischen Neujahrsfest in drei Bundesländern Wahlen stattfinden. „Freie und allgemeine Wahlen machen den Kern unserer Demokratie aus“, heißt es in dem Grußwort.

Die Kirchen teilten die Sorge vieler jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger angesichts des Erstarkens rechtsextremer Kräfte, hieß es. „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie kann nur existieren, wenn Menschen sich aktiv für sie einsetzen“, erklärten die Kirchenvertreter. „Dies ist gerade heute nötig, wo die Feinde der Demokratie die Mittel des demokratischen Rechtsstaates nutzen, um diesen abzuschaffen.“ Antisemitische und antidemokratische Einstellungen gingen dabei oft Hand in Hand. „Wer die Demokratie einschränkt, diskriminiert Menschen und grenzt sie vom gesellschaftlichen Leben aus.“

Für die evangelischen Kirchen haben der rheinische Präses Thorsten Latzel, die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder sowie der Präses der Lippischen Landessynode, Michael Keil, das Grußwort unterschrieben. Für die katholische Seite unterzeichneten die Erzbischöfe von Paderborn und Köln, Udo Markus Bentz und Rainer Maria Woelki, sowie die Bischöfe von Aachen, Essen und Münster, Helmut Dieser, Franz-Josef Overbeck und Heiner Wilmer.

Rheinischer Präses: Jüdisches Leben in NRW nach 1945 ist „eine Gnade und ein Geschenk“

Präses Latzel verwies ergänzend zum Grußwort darauf, dass es „eine Gnade und ein Geschenk“ sei, dass sich Menschen jüdischen Glaubens nach 1945 entschieden hätten, in Deutschland zu leben. „Als evangelische Kirche stehen wir auch in politisch kritischen Zeiten gemeinsam mit unseren jüdischen Geschwistern dafür ein, dass Antisemitismus keinen Platz in unserer Gesellschaft hat.“

Mit dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, das in diesem Jahr vom Abend des 11. September bis zum 13. September gefeiert wird, beginnt nach jüdischer Zählung das Jahr 5787. Rosch Haschana bedeutet „Beginn des Jahres“ und eröffnet den wichtigsten Festkreis im jüdischen Jahr.