Katholische Laien kritisieren Frauen-Papier des Vatikans
s:142:"Die Reforminitiativen wenden sich gegen "traditionelle männerdominierte, sakramental überhöhte Machtstrukturen" in der katholischen Kirche.";
Die Reforminitiativen wenden sich gegen "traditionelle männerdominierte, sakramental überhöhte Machtstrukturen" in der katholischen Kirche.
Essen, Bonn (epd).

Die katholische Frauenbewegung Maria 2.0 kritisiert den Abschlussbericht des Vatikans zur Rolle der Frau in der Kirche scharf. Das Ergebnis sei „niederschmetternd traurig“, erklärte die Bewegung in Essen.

Das Generalsekretariat der vatikanischen Bischofssynode hatte zuvor den Abschlussbericht „Die Teilhabe von Frauen am Leben und an der Leitung der Kirche“ veröffentlicht. Das Papier fordert zu Mut bei der Einführung von Reformen auf, mahnt aber auch zu Geduld.

Predigterlaubnis und Diakonat gefordert

Maria 2.0 wies darauf hin, dass es laut der Studie ein Auftrag des Heiligen Geists sei, Entscheidungen zu Veränderungen zu fällen. Keine Hast im Vollzug eines Auftrags des Heiligen Geists sei entweder Widerstand, Mutlosigkeit oder beides, kritisierte die Frauenbewegung.

Auch die Laienbewegungen „Wir sind Kirche“ und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hatten sich zu dem Papier geäußert. Die kfd forderte „eine schnelle Genehmigung der Partikularnorm zur Predigterlaubnis sowie die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat“.

„Wir sind Kirche“ nannte es „höchst enttäuschend, dass immer noch an den traditionellen männerdominierten, sakramental überhöhten Machtstrukturen festgehalten und Frauen weiterhin der Zugang zu Weihen verwehrt wird“.

Zwar möge die Weltkirche noch weit entfernt sein von einem Konsens, doch habe die römisch-katholische Kirche als weltweit größte Kirche eine Vorbildfunktion, um „kulturell bedingte falsch verstandene Traditionen zu beenden, die auf Macht und überholten anthropologischen Sichtweisen beruhen, aber nicht auf der Heiligen Schrift“, erklärte „Wir sind Kirche“.