Das Bistum Münster gedenkt am 13. und 14. März des vor 80 Jahren verstorbenen Kardinals Clemens August von Galen. Die Gebetszeit „24 Stunden für den Herrn“ beginnt im St. Paulus-Dom am 13. März mit einer Pontifikalvesper, die Weihbischof Stefan Zekorn leitet, wie das Bistum Münster am Montag mitteilte. Eine Prozession durch den Dom zum Grab des Kardinals in der Ludgeruskapelle schließe sich an.
Der frühere Bischof von Münster wurde 1941 durch sein öffentliches Auftreten gegen die NS-Morde an Kranken und Menschen mit Behinderungen berühmt. Am 22. März 1946 starb Galen kurz nach seiner Ernennung zum Kardinal im Alter von 68 Jahren. Wegen seines Mutes wird er von vielen Katholiken bis heute als „Löwe von Münster“ verehrt. In den ersten beiden Gebetsstunden steht demnach die Aufzeichnung einer Ansprache von Galens im Mittelpunkt, die erstmals öffentlich abgespielt wird.
Galen kritisierte Rassenideologie, Antiklerikalismus und Neuheidentum
Clemens August von Galen wurde 1878 auf Burg Dinklage bei Vechta in Niedersachsen geboren. Der aus einer katholischen Adelsfamilie stammende Pfarrer wurde 1933 zum Bischof von Münster gewählt. Der konservativ-nationale eingestellte Theologe sah gemeinsame Interessen mit den Nationalsozialisten im Kampf gegen Kommunismus, Gottlosigkeit und Unsittlichkeit. Andererseits kritisierte von Galen die NS-Rassenideologie, Antiklerikalismus und Neuheidentum.
In mehreren Predigten im Sommer 1941 griff der Bischof das Vorgehen der Nazis gegen katholische Klöster und die seit 1940 andauernden Massenmorde auf, denen bis zu 100.000 kranke und behinderte Menschen zum Opfer fielen. In der Folge stoppte Hitler das Mordprogramm, die Tötungen wurden aber auf weniger auffällige Weise weitergeführt. Die Nazis ließen von Galen unbehelligt, um die katholische Bevölkerung nicht gegen sich aufzubringen.