Wintervogelzählung: Zahl der gesichteten Spatzen in NRW-Gärten sinkt
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Spatzen im Winter
Düsseldorf (epd).

Die Bestände beim Haussperling gehen laut aktueller Zählung des Naturschutzbundes (Nabu) deutschlandweit zurück. So ergab die Wintervogelzählung vom 9. bis 11. Januar zwar, dass der Spatz auf der Liste der häufigsten Wintervögel in den Gärten und Parks weiter auf den vorderen Plätzen liegt, wie der Nabu NRW in Düsseldorf mitteilte. Allerdings falle der Rückgang bei der Zahl der gemeldeten Haussperlinge „erschreckend“ aus. Im Vergleich zum Vorjahr wurden bundesweit 15 Prozent weniger Spatzen in den Gärten beobachtet, in NRW waren es sogar 26 Prozent weniger.

Nur in 40 Prozent der nordrhein-westfälischen Gärten wird der Haussperling demnach überhaupt noch gesichtet und dort auch nur noch mit durchschnittlich drei Exemplaren. Zu seiner besten Zeit 2021/2022 waren es noch fünf Exemplare in jedem zweiten Garten. „In den städtischen Ballungsräumen hierzulande wurde er dabei schon immer seltener beobachtet als im Umland. Dass die Sichtungen nun auch in der Fläche einbrechen, macht uns große Sorgen“, sagte der Vogelexperte des Nabu NRW, Christian Chwallek.

Andere Vogelbestände konnten sich erholen

In Nordrhein-Westfalen fallen die Verluste bei der Sichtung der Haussperlinge so stark aus, dass die Vogelart auf den dritten Platz abrutscht. Kohlmeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen konnten sich dagegen in ihren Beständen bundes- wie landesweit erholen.

Erfreulich sei zudem, dass die Teilnahme an der Nabu-Vogelzählung deutlich höher war als in den vergangenen Jahren. Mehr als 26.700 Teilnehmer zählten in NRW in rund 19.000 Gärten über 560.000 Vögel und meldeten ihre Beobachtungen an den Nabu.

Sorge bereitet den Vogelfreunden und dem Nabu aber, dass seit Jahren im Durchschnitt immer weniger Vögel pro Garten beobachtet werden. Wurden zu Beginn der Zählaktion noch durchschnittlich um die 40 Vögel pro Garten in Nordrhein-Westfalen gezählt, finden sich dort heute noch knapp 30 wieder - das sei die niedrigste Zahl seit 16 Jahren. „Die kontinuierliche Abnahme der Vögel pro Garten zeigt deutlich, dass unsere Vogelwelt unter Druck steht. Krankheiten, intensive Flächennutzung und der Verlust von Lebensräumen setzen den Vögeln zu“, erklärte die Nabu-Landesvorsitzende Heide Naderer.