Unterrichtsmaterialien gegen Judenhass
s:61:"Workshop zur Vorbeugung gegen Antisemitismus an Berufsschulen";
Workshop zur Vorbeugung gegen Antisemitismus an Berufsschulen
Düsseldorf (epd).

Mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf hat NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) neue Unterrichtsmaterialien vorgelegt. Das Paket „Amudim“ solle Lehrerinnen und Lehrern helfen, Antisemitismus zu erkennen und entschieden und angemessen zu reagieren, erklärte die Ministerin. Das Kürzel steht für „Antisemitismuskritische Module für Unterrichtende mit Digital-Interaktiven Methoden“. Erarbeitet haben die Module das Ministerium und die von der Jüdischen Gemeinde und dem Ministerium gemeinsam getragene „Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus“ (Sabra).

Antisemitismus sei längst Alltag in der Schule, erklärte Bert Römgens, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Mit Amudim, einer digitalen und wissenschaftlich fundierten Lernplattform, werde eine praxisnahe Grundlage für antisemitismuskritische Bildungsarbeit geschaffen.

„Israelbezogener Antisemitismus“ wird behandelt

Die Module behandeln den Angaben nach „Israelbezogenen Antisemitismus“, „Islamischen Antisemitismus“ und „Völkischen Antisemitismus“. Die Lehrkräfte können dazu Grundlagen- und Vertiefungsmodule ansteuern. Sie erhalten Zugang zu Fakten und historischen Hintergründen, müssen Kurzaufgaben lösen, bekommen Gelegenheit zur vertiefenden Reflexion und finden Hinweise auf Unterrichtsmaterialien.

Dabei gehe es etwa beim israelbezogenen Antisemitismus um Reaktionen der Lehrkräfte, wenn Schülerinnen oder Schüler Israels Handeln mit dem Nationalsozialismus gleichsetzen oder wenn Israel das Existenzrecht abgesprochen werde, hieß es. Auch Codes und Symbole im völkischen Antisemitismus behandle das Amudim-Material. So stehe die Zahlenkombination 444 auf T-Shirts für „Deutschland den Deutschen!“. Die Buchstabenkombination „ZOG“ sei eine Abkürzung für „Zionist occupied government“ (zionistisch besetzte Regierung) und gehe auf den US-amerikanischen Antisemiten Eric Thompson und seine Behauptungen einer „jüdischen Weltverschwörung“ in den 1970er-Jahren zurück.