Schutz für Wiesenvögel: NRW erwirbt 120 Hektar für Naturschutz
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In der bisherigen Projektlaufzeit konnten so mehr als 1.200 Nester geschützt werden.
Recklinghausen (epd).

Auf rund 10.000 Hektar in acht EU-Vogelschutzgebieten sichert NRW zentrale Lebensräume für Wiesenvögel. Im Rahmen des Life-Projekts geht es um die Sicherung nasser Grünlandlebenräume, eine angepasste Bewirtschaftung und geringe Störungen während der Brutzeiten von Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine, Löffelente, Knäkente und Wiesenpieper, wie das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) in Recklinghausen mitteilte.

Im Projekt mit einem Volumen von 19 Millionen Euro wurden den Angaben nach bis Ende 2025 landesweit bereits knapp 120 Hektar Flächen für den Naturschutz erworben. 24 Senken wurden neu angelegt, 36 Gewässer und 8,5 Kilometer Gräben umgestaltet. Außerdem wurden Gehölze, alte Zäune und andere störende Strukturen entfernt, um den offenen Landschaftscharakter zu stärken. Auf rund 13 Hektar wurde Grünland aufgewertet oder durch Mahdgutübertragung neu entwickelt.

Bislang Schutz von rund 1.200 Nestern

Ein weiterer Baustein ist der Schutz der Gelege und Jungvögel, etwa durch Elektrozäune. In mehreren Projektgebieten unterstützen geschulte Ehrenamtliche die Biologischen Stationen dabei, Gelege zu finden, zu markieren und in Abstimmung mit Landwirten zu schützen. In der bisherigen Projektlaufzeit konnten so mehr als 1.200 Nester geschützt werden. Bei rund zwei Dritteln wurde ein Schlupferfolg nachgewiesen.

„Wiesenvögel NRW“ läuft bis Dezember 2027. Eine Verlängerung bis Dezember 2028 sei geplant, erklärte das Lanuk als Projektträger. Partner sind die niederländische vogelkundliche Organisation Sovon und zehn biologische Stationen. Finanziert wird das Projekt durch die Europäische Union und durch das Land Nordrhein-Westfalen. Das Gesamtbudget liegt bei knapp 19 Millionen Euro, davon stammen rund 11,4 Millionen Euro aus EU-Mitteln und rund 7,5 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen.