Die saarländische Landesregierung will mit einer neuen Förderrichtlinie Kommunen, Unternehmen, Vereine und private Eigentümer beim Schutz vor den Folgen des Klimawandels unterstützen. Unter dem Titel „Klimaanpassung, Ladeinfrastruktur und generationengerechtes Wohnen“ stehen für die Jahre 2026 und 2027 jeweils 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, wie Umweltministerin Petra Berg (SPD) in Saarbrücken erläuterte. „Die Summe ist durchaus überschaubar“, räumte sie ein.
Laut Ministerium geht es darum, Lücken in der bisherigen Förderung zu schließen und Modellprojekte zu ermöglichen. Unterstützt würden beispielsweise Schutzmaßnahmen für Inhaber eines Hochwasserpasses, Ladeinfrastruktur, Verschattungselemente wie Sonnensegel oder begrünte Straßenräume und Wartehäuschen. Auch Trinkwasserspender gehörten dazu. Vor der neuen Richtlinie konnten laut Berg seit 2023 bereits 126 Trinkwasserspender in Schulen, Kitas und im öffentlichen Raum gefördert werden.
Klimareport und Hangrutschstudie in Arbeit
Des Weiteren arbeitet das Ministerium zurzeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes an einer Hangrutschstudie. Die Ministerin verspricht sich davon mehr Erkenntnisse über die Beschaffenheit von Hängen und die frühzeitige Warnung vor Hangrutschen. Zudem erstelle der Deutsche Wetterdienst zurzeit einen Klimareport für das Saarland, welcher helfen solle, Klimaanpassungsmaßnahmen nachzuschärfen, erläuterte Berg.
Mittlerweile sei nicht nur der Klimaschutz, sondern der Klimawandel im Alltag der Menschen angekommen, erklärte die SPD-Politikerin. Habe es zu Anfang noch den Blick auf Modernisierung gegeben, hätten etwa der Ukraine-Krieg sowie die damit verbundene Energiekrise und steigende Inflation Menschen „tief verunsichert“ und die Frage der Bezahlbarkeit in den Fokus gerückt. „Die Wirklichkeit hat sich durch diese Debatte nicht verändert“, unterstrich Berg. Klimaschutz sei Vorsorge, stehe für Wettbewerbsfähigkeit sowie Souveränität und sichere Wohlstand. „Klimaschutz und industrielle Zukunft gehören bei uns zusammen“, sagte sie.