Der Bund Deutscher Forstleute hat in Saarbrücken den Saarkohlenwald als „Waldgebiet des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Die Würdigung unterstreiche die „große Rolle“ der Wälder für Umwelt, Erholung, Wirtschaft und das Stadtklima, erklärte der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU). Seit 2012 zeichnet der Bund Deutscher Forstleute Waldgebiete aus. Die Ehrung für den Saarkohlenwald hatte er bereits im vergangenen November bekannt gegeben.
„Mit einem Waldanteil von rund 46 Prozent zählt die Landeshauptstadt zu den waldreichsten Großstädten Deutschlands“, erklärte die Stadt Saarbrücken. Der Saarkohlenwald sei in der Bergbaugeschichte der Region verwurzelt und habe sich im Zuge des Strukturwandels von einst industriell genutzten Flächen zu einem naturnahen Ökosystem entwickelt. Der hohe Waldanteil wirke sich positiv auf Klima, Umwelt und Lebensqualität aus. „Wälder filtern Schadstoffe aus der Luft, speichern Wasser, mildern Wetterextreme, schützen vor Hangrutschen und bieten gleichzeitig vielfältige Möglichkeiten zur Erholung“, hieß es.
Mischung aus natürlicher Entwicklung und kontrolliertem Eingriff
„Die Kombination aus natürlicher Waldentwicklung, Prozessschutz orientierter Waldwirtschaft und der Anwendung der aktualisierten Waldbaurichtlinie im urbanen Raum ist ein spannender und innovativer Ansatz“, schreibt der Bund Deutscher Forstleute auf seiner Internetseite. So entwickele sich der Wald im Zentrum seit 1997 auf 1.000 Hektar als sogenannter Urwald vor den Toren der Stadt ohne jeglichen forstlichen Eingriff. Auf weiteren 1.000 Hektar werde der Wald in einem Gemeinschaftsprojekt von Saarforst und dem BUND mit möglichst geringen forstlichen Eingriffen bewirtschaftet, die übrigen 3.000 Hektar unter höchsten ökologischen Standards naturnah.