Zu den Osterfeiertagen machen mehrere Initiativen in NRW für Frieden und gegen Aufrüstung mobil. So beginnt der Ostermarsch Rhein-Ruhr am Samstag in Duisburg, Köln und Wuppertal. Am Sonntag sind Kundgebungen und Märsche in Essen, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne und Bochum vorgesehen, wie die Organisatoren in Essen mitteilten. Am Montag endet der Ostermarsch Rhein-Ruhr mit Aktionen und Kundgebungen in Dortmund.
Die Beteiligung am Ostermarsch Rhein-Ruhr lag in den vergangenen Jahren bei jeweils etwa 2.000 bis 2.500 Teilnehmern. Wegen der aktuellen Weltlage werden in diesem Jahr mehr Menschen erwartet. „Besonders in Bezug auf die Kriege in der Ukraine und zwischen den USA, Israel und dem Iran steht der Einsatz für einen schnellstmöglichen Waffenstillstand und effektive Friedensverhandlungen im Mittelpunkt unserer Forderungen“, erklärten die Veranstalter.
Teilnehmer fordern Bekenntnis der Bundesregierung zum Völkerrecht
Der Protest der Ostermarschierer richte sich auch gegen die Bundesregierung, die „ein eindeutiges Bekenntnis zum Völkerrecht vermissen lässt und andererseits massiv auf Aufrüstung statt auf Diplomatie und Verständigung“ setze, hieß es. Die Forderung nach Beendigung der Kriege und nach Einhaltung des Völkerrechts stünden im Fokus.
Der Startschuss zu den Ostermärschen in NRW findet bereits am Karfreitag an der Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau statt. Dort rufen Atomkraftgegner zu Protesten auf und wollen auf die „militärische Brisanz der Gronauer Urananreicherungsanlage“ aufmerksam machen, erklärten die Veranstalter. Bereits seit mehreren Jahren werde mit den Ostermärschen in Gronau darauf hingewiesen, dass die Zentrifugentechnik, die in der Anlage zum Einsatz komme, auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden könne. Die Initiativen fordern eine sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage sowie einen Stopp der Atomtransporte.
Friedensforscher erwartet mehr Teilnehmer
Der Friedensforscher Tobias Debiel rechnet aufgrund der aktuellen Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten mit mehr Teilnehmern bei den Ostermärschen. Bei der Mobilisierung zu den Friedensdemonstrationen stünden neben der Kritik an Völkerrechtsverletzungen durch Kriegsparteien die Aufrüstung der Bundeswehr und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht im Mittelpunkt, sagte Debiel in Duisburg dem Evangelischen Pressedienst (epd).
In regionalen wie zentralen Aufrufen zu den Ostermärschen werde das Völkerrecht nach vorne gestellt, betonte der Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen. Von der Bundesregierung verlangten die Organisatoren der Demonstrationen, dass sie sich der Kritik an Verletzungen des Völkerrechts nicht nur gegenüber Russland, sondern auch mit Blick auf Israel und die USA anschließe.