Bund Deutscher Karneval: Unterstützung bei Sicherheit nötig
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Rosenmontagszug 2025 in Düsseldorf
Osnabrück, Homburg (epd).

Der Bund Deutscher Karneval (BDK) fordert von der Politik mehr Unterstützung bei der Terrorabwehr und den Sicherheitsauflagen von Karnevalsumzügen. „Uns wird oft vorgeworfen, wir wollten nur Geld. Das stimmt nicht“, sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (online/Sonntag). „Wir wollen vor allem, dass uns nicht jedes Jahr neue Kosten für dieses wichtige Kulturgut auferlegt werden.“ In größeren Städten hätten die zusätzlichen Kosten zuletzt bei 50.000 bis 100.000 Euro gelegen.

Die Belastungen für die meist ehrenamtlich getragenen Karnevalsgesellschaften seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen, beklagte Fess. „Maßnahmen zur Terrorabwehr - etwa das Absichern von Seitengassen - sollten vom Staat getragen werden.“ Wenn die Länder dafür keine Mittel einstellten, versuchten Kommunen, die Kosten an die Veranstalter weiterzugeben. Gerade kleine, dörflich geprägte Umzüge überfordere dies finanziell. Zudem sei die Bürokratie für Sicherheitskonzepte und Genehmigungen „immens“, betonte er. Des Weiteren hätten die technischen und haftungsrechtlichen Anforderungen für Umzugswagen „massiv zugenommen“.

Potenzielles Risiko

Zugleich zeigte der BDK-Präsident Verständnis für erhöhte Sicherheitsauflagen und die Verantwortung der Behörden. „Sie gehen aufgrund der allgemeinen weltpolitischen Lage und der Symbolwirkung großer Menschenansammlungen von einem potenziellen Risiko aus.“ Kritisch sei, dass die Konsequenzen zunehmend bei den Veranstaltern landeten. „Ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen werden mit Anforderungen konfrontiert, die eigentlich für professionelle Großevents gedacht sind“, kritisierte er.

Ein Niedergang des Karnevals könne in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht nicht im Sinne des Staates sein, betonte Fess. Fasching, Fastnacht und Karneval sorgten bundesweit für mehr als 2,4 Milliarden Euro Umsatz in Hotellerie, Gastronomie, Verkehr und Handwerk. Der BDK hat seinen Sitz im saarländischen Homburg.