Unter jungen Menschen in Deutschland gibt es mehr Männer als Frauen, in älteren Bevölkerungsgruppen dominieren dagegen Frauen. Über alle Altersgruppen hinweg hatte Deutschland Ende 2025 aber einen Frauenüberschuss, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden erklärte. Bundesweit kämen 1.027 Frauen auf 1.000 Männer. In Nordrhein-Westfalen zeigt sich ein ähnliches Bild mit 1.033 Frauen je 1.000 Männer.
Bei den Unter-18-Jährigen kamen laut Statistik rechnerisch 947 weibliche Jugendliche auf 1.000 männliche. Am stärksten sei der Männerüberschuss mit einem Verhältnis von 912 Frauen zu 1.000 Männern in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. In NRW kamen in dieser Gruppe 922 Frauen auf 1.000 Männer. Ein Grund für den Männerüberschuss in jüngeren Bevölkerungsgruppen sei, „dass grundsätzlich etwa fünf Prozent mehr Jungen als Mädchen geboren werden“, hieß es. Zudem seien etwas mehr Männer als Frauen nach Deutschland eingewandert.
Mehr Frauen in Altersgruppen ab 50
Das Verhältnis dreht sich den Zahlen zufolge ab 50 Jahren aufwärts um: Bei den 50- bis 64-Jährigen kommen bundesweit 1.011 Frauen auf 1.000 Männer. Bei Menschen ab 65 Jahren aufwärts ist der Frauenüberschuss mit 1.260 je 1.000 Männern besonders deutlich.
Am höchsten war der Männerüberschuss bei den 18- bis 29-Jährigen den Angaben zufolge in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen. Auch in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren verzeichneten die Statistiker in allen Bundesländern einen Männerüberschuss.
Wegen der Abwanderung vor allem junger Frauen aus östlichen in westliche Bundesländer nach 1991 lebten in den fünf östlichen Flächenländern auch in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen mehr Männer als Frauen, hieß es. In der Altersgruppe der mindestens 65-Jährigen gebe es in allen Bundesländern mehr Frauen. Die höchsten Frauenanteile errechnete die Statistikbehörde für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.