Nach Einschätzung der scheidenden Deutschen Weinprinzessin Emma Meinhardt können Winzer und Weinliebhaber beim Jahrgang 2026 „auf aromatische Weine von hoher Eleganz hoffen“. Der sonnige und heiße Sommer habe die Trauben ungewöhnlich früh reifen lassen: Vom Bodensee bis ins sächsische Elbtal wurden bereits Ende August die Trauben gelesen, sagte die Jura-Studentin aus der Weinstadt Naumburg dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Als Weinprinzessin hatte sie im zurückliegenden Jahr hunderte Begegnungen mit Winzern aller 13 deutschen Weinbauregionen und guten Einblick in die Situation der Branche. Neben Klimawandel, verändertem Konsumverhalten und steigenden Kosten beschäftige viele Betriebe die Frage, „wie wir gerade auch junge Menschen weiterhin für Wein begeistern können“, sagte Meinhardt.
Jahrgang 2026 verspricht „sehr aromatische Weine“
Die lang anhaltende Trockenheit habe dazu geführt, dass „die Beeren vielerorts kleiner geblieben und entsprechend auch die Saftausbeute geringer“ als üblich gewesen sei, sagte sie. Damit zeichne sich mengenmäßig eine eher unterdurchschnittliche Ernte ab. Doch „die Trauben präsentierten sich vielerorts sehr gesund und mit einer hohen Reife.“
Die Erwartungen an den Jahrgang 2026 seien deshalb „durchaus positiv“. Meinhardt ging davon aus, dass bei Weißweinen „auf sehr aromatische Weine“ gehofft werden dürfe und bei Rotweinen „eine intensive Farbe und gute Reife“ zu erwarten sei. Die Herausforderung sei, den richtigen Lesezeitpunkt zu treffen. Gerade bei Weißweinen gehe es darum, „trotz hoher Reife“ auch „Frische, Spannung und Lebendigkeit“ zu behalten, sagte sie.
Klimawandel ist kein abstraktes Thema im Weinbau
Der Klimawandel im Weinbau sei „längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr“, sondern etwas, womit sich die Winzer jeden Tag auseinandersetzen müssen. Die Wärme lasse Trauben zuverlässiger ausreifen und so könnten auch Sorten aus südlichen Weinregionen erfolgreich angebaut werden. Zugleich hätten die Wetterextreme zugenommen: „Trockenstress, Hitze, Starkregen, Hagel oder Spätfröste können innerhalb kürzester Zeit über einen ganzen Jahrgang entscheiden“, so die Einschätzung von Weinexpertin.
Deshalb setzten die Winzer zunehmend auf neue robuste Rebsorten, etwa Souvignier Gris. Ihre Anbaufläche sei 2025 in Deutschland auf rund 4.000 Hektar angewachsen, hieß es. Damit machten diese Sorten mittlerweile etwa vier Prozent der deutschen Rebfläche aus. Dabei gehe es nicht allein um Hitzeresistenz, sondern vor allem um mehr Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten - was deutlich weniger Pflanzenschutz ermögliche.