Steigende Wassertemperaturen sorgen für schwüle Hitzewellen
Potsdam (epd).

Die steigenden Meeresoberflächentemperaturen in Küstengewässern sind einer Studie zufolge für häufiger auftretende schwüle Hitzewellen verantwortlich. Das wärmere Wasser sei für 50 bis 64 Prozent des Anstiegs der großflächigen schwülen Hitze-Extreme verantwortlich, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Dienstag mit. Bislang sei dieses weitverbreitete Auftreten, wie 2023 in Asien, kaum verstanden worden, hieß es.

Der Zusammenhang zwischen der Erwärmung der Küstengewässer und der Häufung von schwül-heißen Extremereignissen sei insbesondere in den Tropen stark. Fernab vom Äquator spielten zudem das Zusammenwirken der Erwärmung von Land und Ozean eine wichtige Rolle.

Die Forschenden hätten etwa entdeckt, dass wärmere Temperaturen im Indischen Ozean ein höheres Risiko von schwüler Hitze in Südasien und im Nahen Osten bewirke. Die Meeresoberflächentemperaturen könnten als „potenzieller Frühwarnindikator“ eine „entscheidende Rolle spielen“, erklärte der Co-Autor der Studie, Jürgen Kurths.

Riskante Feuchtkugeltemperaturen

Die Wissenschaftler weisen auch auf die Gefährlichkeit schwüler Hitzewellen hin: Bei einer sogenannten Feuchtkugeltemperatur von mehr als 31,5 Grad Celsius könnten selbst gesunde Menschen zusammenbrechen, da der Körper dann nicht mehr durch Schwitzen abkühlen kann. Berechnet wird die Feuchtkugeltemperatur aus dem Zusammenhang zwischen der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit. Die Studie sei zusammen mit Forschenden der Princeton University (USA) und der Sun Yat-sen University (China) durchgeführt worden.