Spatenstich für Hochwasserschutzprojekt im Harz
Magdeburg, Harzgerode (epd).

Ein neues Rückhaltebecken für 40 Millionen Euro soll im Selketal im Harz künftig die Hochwassergefahr bei lang anhaltenden Regenfällen reduzieren. Das von Land und Bund gemeinsam finanzierte Bauvorhaben soll bis Ende 2030 abgeschlossen sein, teilte das Umweltministerium von Sachsen-Anhalt am Freitag in Magdeburg anlässlich des ersten Spatenstichs mit. Der 270 Meter lange begrünte Erddamm liege künftig 19 Meter über dem Talgrund. Zeitweilig müsse die Selke umverlegt werden. Umweltminister Armin Willingmann (SPD) sprach von einem „Meilenstein für den Hochwasserschutz an der Selke“.

Nach Angaben des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt kann das Rückhaltebecken künftig rund 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Das entspreche etwa 1.000 großen Schwimmbecken. Im Ernstfall könne das Wasser bis zu zehn Tage lang eingestaut und anschließend kontrolliert abgegeben werden, hieß es. Unter normalen Bedingungen bleibe das Becken leer und die Selke fließe ungehindert hindurch. So bleibe das Tal landwirtschaftlich nutzbar.

Intensive Abstimmungen im Vorfeld des Bauprojektes

Mit dem neuen Damm würden die Weichen gestellt, „damit die Menschen in Straßberg, Silberhütte, Mägdesprung oder Alexisbad künftig beruhigter schlafen können“, sagte Willingmann. 1994 hatte nach lang anhaltenden Regenfällen ein Jahrhunderthochwasser das Selketal verwüstet. In den seit 2017 laufenden Planungsprozess waren laut dem Minister auch Vertreter von Kommunen, Verbänden sowie Land- und Forstwirtschaft eingebunden.