Im Berlin-Kreuzberg soll ein neues Bauprojekt 8.000 Kubikmeter Regenwasser pro Jahr für die Bewässerung eines evangelischen Friedhofes nutzbar machen. Insgesamt sollen durch eine Umgestaltung eines angrenzenden, elf Hektar großen Polizeigeländes jährlich 15.000 Kubikmeter Regenwasser erfasst und 8.000 Kubikmeter Trinkwasser eingespart werden. Das Projekt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, des evangelischen Friedhofsverbands und der Berliner Immobilienmanagement GmbH soll rund 40 Millionen Euro kosten, wie die Beteiligten am Donnerstag in der Hauptstadt mitteilten.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) sagte, sie wolle vor dieser Summe „die Angst nehmen“. Beim Klimaschutz sei „nichts teurer, als nichts zu tun“. Kern des Vorhabens sei der Aufbau eines grundstücksübergreifenden Wassersystems. Die Dachflächen des Polizeigeländes sollen vom Mischwasserkanal abgekoppelt werden, das Regenwasser aufbereitet und gespeichert werden. Über eine Pumpanlage soll das Wasser dann in einer Zisterne gespeichert werden.
200 Altbäume erhalten
Mit den Maßnahmen sollen mindestens 200 Altbäume und 2,1 Hektar Wiesen und Sträucher auf der Friedhofsfläche erhalten werden. Zudem werde urbaner Hitzestress reduziert. Außerdem sollen 20 Prozent der Fläche auf dem Polizeigelände teilweise oder ganz entsiegelt werden, insgesamt 15.000 Quadratmeter. Weiterhin sollen 44 neue Bäume gepflanzt werden.
Im Anschluss an die vollendete Machbarkeitsstudie sollen jetzt Fördermittel für das Projekt eingeworben werden. Sollte es umgesetzt werden, werden für die Bauarbeiten rund vier Jahre veranschlagt.