Raubtiere schützen Bäume vor Wildverbiss
Jena (epd).

Thüringens Wälder können von der Rückkehr von Luchs und Wolf profitieren. Raubtiere leisteten ihren Beitrag, die Wilddichte auf einem vertretbaren Niveau zu halten, sagte Silvester Tamas vom Naturschutzbund Thüringen (Nabu) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beide Arten regulierten damit auf natürliche Art den schädlichen Verbiss durch Rehe und Rotwild vor allem an jungen Bäumen.

Laut Tamas ist die aktuelle Lage in weiten Teilen der Wälder in Thüringen vor allem durch Nadelbaummonokulturen geprägt, die aufgrund des fortschreitenden Klimawandels zusammenbrechen. Es sei daher eine umfangreiche Naturverjüngung der Wälder notwendig. Hier könne es nur hilfreich sein, wenn Luchse und Wölfe die Zahl der Pflanzenfresser reduzieren. Eine zu hohe Wilddichte störe das Wachstum der Bäume flächendeckend und behindere die Entwicklung neuer Wälder.

Übergriffe auf Weidetiere als Ausnahme

Wissenschaftliche Untersuchungen würden eindeutig belegen, dass sich Luchse und Wölfe hauptsächlich von Wildtieren ernähren, hieß es weiter. Zum Beutespektrum gehörten unter anderem Rehe, Rotwild, Wildschweine, Hasen, Füchse und andere Kleinsäuger. Nutztiere, wie zum Beispiel Schafe oder Rinder, spielen laut Tamas dagegen nur eine sehr geringe Rolle und seien nur in Ausnahmefällen die Jagdbeute einzelner Wölfe.

Aus Sicht des Nabu Thüringen ist unter anderem deshalb eine reguläre Jagd auf Wölfe nicht zu verantworten, wie es derzeit die geplante Novellierung des Bundesjagdgesetzes vorsehe. Der Wolf sei zudem nach wie vor eine durch EU-Recht geschützte Tierart, deren Bejagung strengen Regeln unterliege.