Neues Verfahren für Kunststoffrecycling wird gefördert
Ilmenau, Erfurt (epd).

Ein neuartiges Verfahren zur Wiederaufbereitung von Kunststoffpulver aus dem 3D-Druck wird in Ilmenau erprobt. Das Thüringer Umweltministerium unterstützt die Lean Plastic Technologies GmbH für das Pilotvorhaben bis 2027 mit rund 500.000 Euro, teilte ein Behördensprecher am Mittwoch in Erfurt mit. Das Gesamtvolumen des Forschungsprojekts betrage 819.010 Euro. Ziel der Förderung sei es, kleine und mittlere Unternehmen zu mehr Ressourcenschonung und Effizienz zu befähigen.

Beim 3D-Druck komplexer Bauteile für Maschinenbau, Medizintechnik und Automobilindustrie fallen den Angaben zufolge jährlich mehrere hundert Tonnen Pulver an, das bislang nicht direkt weitergenutzt werden kann. Mit dem neuen Verfahren soll das Material eingeschmolzen und erneut zu Pulver verarbeitet werden. Dabei ließen sich Eigenschaften wie Fließ- und Rieselfähigkeit des Kunststoffs sogar auf ein höheres Niveau als bei frisch produziertem Material herstellen. In der Versuchsanlage könnten künftig jährlich bis zu 300 Tonnen Recyclingpulver wiederverwendet werden.

Senkung des Energieverbrauchs

Umweltminister Tilo Kummer (BSW) betonte, bislang müsse das Pulver thermisch verwertet oder als Mikroplastikabfall entsorgt werden. Das sei schlecht für die Umwelt und ein Verlust wertvoller Rohstoffe. Eine solche Anlage diene als Vorbild für andere Unternehmen.

Das Verfahren reduziert laut Ministerium zudem den Energieverbrauch um rund 40 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Methoden des Kunststoffrecyclings. Dadurch könnten jährlich mehrere tausend Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden.