Naturschützer suchen Helfer für Krötenwanderung
Jena, Erfurt (epd).

Die jährliche Krötenwanderung in Thüringen steht unmittelbar bevor. Zu Wochenbeginn hätten noch keine Meldungen von wandernden Amphibien in Thüringen vorgelegen, sagte der Sprecher des Naturschutzbundes Thüringen (Nabu), Jürgen Ehrhardt, am Mittwoch in Jena dem Evangelischen Pressedienst (epd). In Nachbarbundesländern sei die Wanderung jedoch bereits im Gange.

„Der Aufbruch der Amphibien zu ihren Laichgründen wird grundsätzlich durch ihre innere Uhr bestimmt“, sagte Ehrhardt. Weitere Faktoren seien die Außentemperatur und die vorherrschende Feuchtigkeit. Der Start erfolge in der Regel bei Temperaturen ab etwa sechs Grad Celsius und feuchter Witterung.

Fehlende Helfer

Zugleich beklagt Ehrhardt fehlende Helfer, um die Tiere vor den tödlichen Gefahren beim Überqueren teils stark befahrener Straßen zu bewahren. „Wie in jedem Jahr gibt es auch in dieser Saison zu wenige Helfer“, sagte der Naturschutz-Experte. Vor allem für die Betreuung und den Aufbau von Amphibienschutzzäunen würden in vielen Gegenden noch helfende Hände gesucht.

Doch nicht nur der Verkehr bedroht laut Ehrhardt die Tiere. Weil es vielerorts an sogenannten Krötentunneln fehle, würden viele Amphibien auf ihrer Wanderung in halb in die Erde eingelassene Eimer geleitet. Dort würden viele von ihnen ungeschützt leichte Beute für Füchse, Marder und Waschbären.

Vor Raubtieren schützen

Bislang setzten die Naturschützer hier vor allem auf regelmäßige Kontrollgänge von Helfern, sagte Ehrhardt. Jährlich retteten Ehrenamtliche so Tausenden Tieren das Leben. Erste Erfahrungen in Thüringen gebe es jedoch bereits mit Eimern, bei denen spezielle Aufsätze Raubtieren den Zugang versperrten.

Laut Ehrhardt ist Hilfe für die heimischen Amphibien dringend geboten. Vielen Arten gehe es schlecht. Anhaltender Flächenverbrauch, vom Menschen ausgebrachte Umweltgifte, das Verschwinden von Kleingewässern sowie lange trockene Sommer machten einzelnen Arten zu schaffen. „Zum Beispiel haben die Grasfrösche in den vergangenen Jahren einen regelrechten Bestandseinbruch erlitten“, sagte Ehrhardt.

Über die Bestandsentwicklung und den Schutz der Amphibien soll laut Ehrhardt am Samstag auch in Erfurt im Rahmen der Jahrestagung des 1994 gegründeten Vereins für Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen diskutiert werden. Dem Verein mit Sitz in der thüringischen Landeshauptstadt gehören rund 100 Mitglieder an.

epd-Gespräch: Matthias Thüsing