Vor dem Erörterungstermin zur geplanten Klärschlammverbrennungsanlage in Ronneburg am Dienstag kritisiert der Kirchliche Umweltkreis Ronneburg die Wahl des Veranstaltungsortes im zehn Kilometer entfernten Gera. Die Anhörung zu den Bürgereinwendungen gegen das rund 100 Millionen Euro teure Vorhaben werde dadurch erschwert, sagte Sprecher Frank Lange dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch in Ronneburg gebe es ausreichend große Hallen, um die Bedenken der Anwohner zu diskutieren.
Lange erklärte, Einwohner, Vereine und Kommunalpolitiker hätten frühzeitig gefordert, den Termin in Ronneburg auszurichten. Die Verlegung nach Gera werde von vielen Bürgern als Signal verstanden, ihre Mitwirkung möglichst gering zu halten. Zudem fielen dort Parkgebühren für Besucher an, die die mindestens ganztägige Veranstaltung persönlich verfolgen wollten.
Planungsbehörde sieht rechtliche Hürden
Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hatte Anträge auf eine Durchführung in Ronneburg abgelehnt und auf rechtliche sowie organisatorische Gründe verwiesen. Lange hält die Begründung für nicht überzeugend. Bereits bei einem früheren Beteiligungsverfahren habe eine Verlegung eines Termins aus Ronneburg die Zahl der anwesenden Bürger deutlich reduziert.
Der Kirchliche Umweltkreis Ronneburg ist nach eigenen Angaben die älteste durchgehend aktive Umweltbewegung Thüringens. Die Bürgerinitiative wurde 1988 gegründet und setzte sich kritisch mit den Folgen des Uranbergbaus der Wismut in Ostthüringen auseinander. Bis heute begleitet sie Sanierungsmaßnahmen in der Region und engagiert sich für den Schutz von Mensch und Umwelt.