Ornithologen haben 2025 in Sachsen-Anhalt rund 780 Storchenpaare gezählt. Das seien 60 Prozent mehr gewesen als 20 Jahre zuvor, sagte der Geschäftsführer der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg im Landkreis Jerichower Land, Michael Kaatz, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Paare zögen zumeist zwei bis drei Junge auf, sodass im Vorjahr landesweit mehr als 1.650 Jungstörche beobachtet wurden. Das sei ein erfreulicher Unterschied zu den 1970er Jahren, sagte Kaatz. Damals sei die Storchenpopulation an Elbe, Saale und Mulde ernsthaft gefährdet gewesen.
Grundlage dieser Entwicklung ist laut dem Storchen-Experten die Verringerung von Giften in der Landwirtschaft wie auch die Neuanlage von Feuchtwiesen und Überflutungsmöglichkeiten in den Flussauen. Zudem würden Abdeckungen über den Isolatoren und sichere Nisthilfen auf Strommasten Hunderte Störche vor dem Stromtod bewahren.
Klimaschwankungen beeinflussen Storchenbestand
An den Bestandszahlen könne auch abgelesen werden, wie sich Umwelteinflüsse auswirken, sagte Kaatz. So lag der Storchenbestand im Land 2015 bereits bei 627 Paaren. In den folgenden trockenen Jahren ging das Nahrungsangebot zurück und die Zahl der Storchenpaare sank 2018/2019 auf nur noch 557.
Dabei verteilen sich die Störche sehr unterschiedlich auf die Regionen. Spitzenreiter ist der Landkreis Stendal mit etwa 207 Paaren und 430 Jungvögeln, gefolgt vom Altmarkkreis Salzwedel mit 127 Paaren und 290 Jungvögeln und dem Landkreis Börde mit 105 Paaren und 230 Jungen. Hingegen gab es im Burgenlandkreis lediglich acht Paare mit 26 Jungtieren.