Die zurückliegende Hitzewelle hat Brandenburgs Gewässer stark belastet. Die Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius hätten zu extremer Verdunstung geführt, sagte ein Sprecher des Landesumweltamtes dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag in Potsdam. Damit seien eine verstärkte Zehrung der Wasserspeicher im Boden und ein Rückgang der Pegelstände und Abflüsse im Land einhergegangen. Dies gelte insbesondere für den Abfluss der Spree aus dem unteren Spreewald.
Niederschläge würden in der aktuellen Lage von der Vegetation und den trockenen Böden aufgenommen, hieß es. Losgelöst von der Hitzewelle bestehe ausgehend von dem zurückliegenden trockenen Winterhalbjahr bereits seit Jahresbeginn eine Niedrigwassersituation in allen Einzugsgebieten des Landes, insbesondere an Spree, Schwarzer Elster und Havel. Betroffen seien jedoch auch die überwiegend außerhalb des Bundeslandes gespeisten Gewässer Elbe, Oder und Lausitzer Neiße.
Niedrige Wasserstände
Am Pegel Leibsch im Unterspreewald sei zu Wochenbeginn trotz erhöhter Abgabe der Talsperre Spremberg und Einleitungen aus dem Bergbaukomplex Jänschwalde nur ein Stand von 18 Prozent des mittleren typischen Abflusses im Monat Juni erfasst worden, hieß es. Die Dahme generiere am Pegel Neue Mühle nur noch wenige Hundert Liter Abfluss, dies bewege sich im Bereich des niedrigsten je gemessenen Durchflusses.
Trotz der Starkniederschläge im Nordosten Brandenburgs seien auch dort unter anderem am Parsteiner See stark fallende Pegel registriert worden, hieß es weiter. An dem See südlich von Angermünde im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sei der niedrigste jemals gemessene Wasserstand erfasst worden. Die Entwicklung der Wasserstände des Parsteiner Sees stehe exemplarisch für viele grundwassergespeiste Seen in Brandenburg mit vergleichsweise kleinen Einzugsgebieten.
Im ersten Halbjahr 2026 sei insgesamt ein moderates Niederschlagsdefizit verzeichnet worden, hieß es weiter. Im Nordosten und Südwesten Brandenburgs habe im Juni ein Defizit von knapp 50 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 bestanden. Die starken Niederschläge um den 21. Juni herum hätten vor allem im Einzugsgebiet Ucker-Welse sowie im Oderbruch zu einem kurzzeitigen Anstieg der Wasserstände und Abflüsse geführt.
Zuleitungen aus Speichern
Mehrere Gewässer würden durch höhere Zuleitungen aus Speichern gestützt, hieß es weiter. So sei unter anderem die derzeitige Abgabe aus dem Speicher Niemtsch, dem Senftenberger See, erhöht worden, um die Schwarze Elster besser mit Wasser zu versorgen.
Wo die Voraussetzungen für eine Wassermengenbewirtschaftung gegeben seien, könnten die Vorräte bislang gut eingesetzt werden, hieß es weiter. Es bleibe jedoch offen, ob prognostizierte Niederschläge zur Schonung der Speicherreserven beitragen können. Fälle von Fischsterben seien bisher nicht bekannt. Die Risiken dafür blieben jedoch weiter hoch, weil erwartet werde, dass sich die Gewässertemperaturen auf einem hohen Niveau stabilisieren werden.