Brandenburg will den Umgang mit Wölfen bis zum Herbst neu regeln. Der neue Management-Plan solle im Oktober vorliegen, sagte Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Bis dahin seien noch weitere Abstimmungen mit den Nachbarländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt nötig.
„Wir reden mit den Naturschutzverbänden und lassen uns vom Landesjagdbeirat beraten“, sagte Mittelstädt: „Wir werden die möglichst schnelle letale Entnahme von Wölfen vor allem bei Riss-Schäden regeln.“ Bei der gezielten Tötung von Wölfen gehe es vordergründig darum, Nutztierhalter wie Schäfer, Rinder- und Ziegenzüchter zu entlasten, damit Riss-Schäden durch Wölfe nicht weiter ansteigen.
Keine Abschussquoten
Abschussquoten wie in anderen Ländern erteilte die Ministerin erneut eine Absage. Damit lasse sich das Problem nicht lösen, sagte sie. Gäbe es eine Quote, beispielsweise von zehn Wölfen im Jagdjahr, und diese würden dann in einer Region getötet, löse dies keine Probleme in anderen Regionen. Es könne auch Fälle geben, in denen ganze Rudel entnommen werden müssen. Auch dort helfe eine Quote nicht.
Stattdessen sollen sogenannte Interventionsgebiete festgelegt werden, in denen schadensstiftende Wölfe zur Jagd freigegeben werden können, sagte Mittelstädt. Brandenburg habe mit Niedersachsen die höchste Zahl an Wolfsvorkommen. Derzeit seien es 54 Rudel, sechs Paare und mehr als 200 Welpen. Bereits jetzt gebe es durch das Bundesjagdgesetz Handlungsmöglichkeiten. Bei erhöhten Rissschäden könnten „problembehaftete Wölfe sofort entnommen werden“.