Menschen in Regionen mit vielen Paaren sind als Partner offenbar zufriedener als Menschen in Gegenden mit weniger Beziehungen. Demnach falle der Unterschied in der Lebenszufriedenheit zwischen Menschen in einer Partnerschaft und Singles regional unterschiedlich aus, teilte die Friedrich-Schiller-Universität Jena am Donnerstag mit.
Für eine aktuelle Untersuchung wertete ein Forschungsteam aus Jena und Bamberg Daten von mehr als 382.000 Menschen aus 379 Regionen Großbritanniens aus. Die Angaben stammen aus dem „Big Personality Test“ der Universität Cambridge und der BBC. Als Menschen in einer Partnerschaft galten alle Befragten, die zum Zeitpunkt der Erhebung eine romantische Beziehung angaben, unabhängig von ihrem Familienstand.
Gesellschaftliche Normen beeinflussen offenbar eigene Zufriedenheit
Laut Studie zeigten Menschen in Partnerschaften an allen untersuchten Orten eine grundsätzlich höhere Lebenszufriedenheit als Singles. Der Unterschied sei jedoch in Regionen mit einem hohen Anteil von Paaren deutlich größer ausgefallen. Vor allem die Zufriedenheit der Menschen in Beziehungen war dort höher. Bei Singles zeigten sich dagegen kaum regionale Unterschiede.
Als mögliche Erklärung nennen die Forschenden sogenannte Beziehungsnormen. Wo Partnerschaften besonders verbreitet sind, könnten sie stärker als gesellschaftlicher Normalfall gelten. Menschen in Beziehungen könnten dadurch mehr soziale Bestätigung erfahren. Nach Ansicht der Forschenden sollte weiter untersucht werden, welche sozialen Erfahrungen, gesellschaftlichen Normen und institutionellen Bedingungen hinter den regionalen Unterschieden stehen.