Die Wittenberger Tafel wird von der Lutherstadt Wittenberg mit dem Lucas-Cranach-Preis 2027 ausgezeichnet. Der Stadtrat habe sich in nicht öffentlicher Sitzung für den Preisträger ausgesprochen, teilte ein Stadtsprecher am Montag mit. Die Tafel stehe „für gelebte Solidarität, bürgerschaftliches Engagement und die kontinuierliche Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen“, hieß es in der Begründung. Sie präge seit 30 Jahren „das soziale Gefüge der Stadt nachhaltig“ und sichere so vielen Menschen „nicht nur Versorgung, sondern auch soziale Teilhabe und menschliche Zuwendung im Alltag“.
Die Auszeichnung werde im Rahmen des Neujahrsempfangs der Lutherstadt Wittenberg am 8. Januar von der Stadtratsvorsitzenden Franziska Buse (CDU) und Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) überreicht. Insgesamt seien sieben Vorschläge für diese Ehrung aus der Stadtgesellschaft eingereicht worden.
Ausgabe in Wittenberg und Gräfenhainichen
In der Begründung des Stadtrates für die Tafel heißt es weiter: „Wie unverzichtbar die Arbeit der Wittenberger Tafel für die Stadtgesellschaft ist, zeigt sich in besonderer Weise in den Krisen der vergangenen Jahre.“ Trotz Corona-Beschränkungen, Fluchtbewegungen oder zunehmenden sozialen Belastungen habe die Tafel kontinuierlich Verantwortung übernommen. Die Ausgabe an Bedürftige erfolge nicht nur in Wittenberg, sondern auch im rund 30 Kilometer entfernten Gräfenhainichen.
Der Verein wurde im Herbst 1996 gegründet. Seitdem werden Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs gesammelt und an bedürftige Menschen weitergegeben.