Suchtmittelkonsum von Jugendlichen in Brandenburg nimmt zu
Potsdam (epd).

Brandenburgs Jugendliche rauchen wieder mehr und trinken mehr Alkohol. Vor allem bei Vapes und E-Zigaretten sei ein deutlich zunehmender Konsum festzustellen, teilte das Gesundheitsministerium unter Berufung auf eine Studie am Donnerstag in Potsdam mit. Auch eine „vielfach deutlich zu lange“ Nutzung von Medien sei zu verzeichnen. Als Gründe für den Suchtmittelkonsum nannten die Befragten vor allem Partys und Entspannung.

Gesundheitsminister René Wilke (SPD) äußerte sich besorgt. Die Ergebnisse der Studie seien ein Warnsignal, erklärte er. Politik, Eltern, Lehrer, Freunde und allgemein das soziale Umfeld müssten für eine erfolgreiche Suchtprävention und Suchthilfe „an einem Strang ziehen“.

Jungen rauchen, Mädchen vapen

Der Anteil von Jugendlichen, die täglich Tabak rauchen, sei gegenüber 2021 von 9,9 Prozent auf 11,2 Prozent gestiegen, hieß es. Bei E-Zigaretten, E-Shishas und sogenannten Vaporizern habe sich der Anstieg im gleichen Zeitraum von 1,2 auf 13,1 Prozent sogar mehr als verzehnfacht. Rund 20 Prozent der Jugendlichen konsumierten solche Produkte mindestens wöchentlich. Während mehr Jungen täglich Tabak konsumierten, griffen mehr Mädchen regelmäßig zu Vapes.

Das Trinken von Alkohol bleibe unter Jugendlichen in Brandenburg weitverbreitet, hieß es. Nach einem kontinuierlichen Rückgang des regelmäßigen, mindestens einmal wöchentlichen Alkoholkonsums seien die Werte zuletzt wieder leicht angestiegen. Bei der ersten Befragung vor rund 20 Jahren hätten fast 26 Prozent der Jugendlichen angegeben, mindestens wöchentlich Alkohol zu trinken. 2017 habe die Quote mit 11,6 Prozent ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht.

Weniger Rauschtrinkende

Seit der zurückliegenden Befragung vor rund fünf Jahren ist der Anteil regelmäßiger Alkoholkonsumenten den Angaben zufolge von zwölf auf 12,8 Prozent gestiegen. Jungen konsumierten mit einem Anteil von 16,9 Prozent Alkohol häufiger mindestens wöchentlich als Mädchen mit einem Anteil von 8,2 Prozent, hieß es. Der Anteil der sogenannten Rauschtrinkenden, die mindestens dreimal im Monat mehr als fünf alkoholische Getränke zu einer Gelegenheit konsumieren, sei zugleich weiter rückläufig. Er sei kontinuierlich von 30,8 Prozent im Schuljahr 2004/2005 auf 13,7 Prozent im Schuljahr 2024/2025 gesunken.

Der Anteil von Jugendlichen, die mindestens einmal wöchentlich Cannabis konsumieren, sei von 3,9 Prozent im Schuljahr 2020/2021 auf 3,3 Prozent in der aktuellen Befragung gesunken, hieß es weiter. Hauptgründe für den Konsum der verschiedenen Substanzen seien Feiern und Partys, Entspannung und Stressausgleich, das Konsumieren mit Freunden und der Wunsch, negative Gefühle zu reduzieren. Eine zunehmende Rolle spiele zudem der Medienkonsum, der zum Teil deutlich über dem empfohlenen Ausmaß liege.

Befragung von Zehntklässlern

Für die Studie „Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum“ wurden den Angaben zufolge landesweit rund 1.700 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen zu ihrem Konsum von Alkohol, Nikotin, Cannabis und weiteren Substanzen, zum Medienkonsum und ihren Erfahrungen mit Glücksspielen befragt. Die Befragung findet seit dem Schuljahr 2004/2005 alle vier Jahre statt.

Von Yvonne Jennerjahn (epd)