Sachsen erwartet bis 2040 deutlich sinkende Schülerzahlen und plant erste Maßnahmen. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) stellte am Dienstag in Dresden eine entsprechende Lehrerbedarfsprognose vor. Demnach sollen bis zum Schuljahr 2040/2041 rund 4.600 Stellen bei Lehrkräften abgebaut werden. In den nächsten Jahren sei zunächst von einem gleichbleibenden Bedarf mit rund 31.000 Stellen auszugehen.
Vom Schuljahr 2030/2031 an werde der Bedarf an Lehrkräften kontinuierlich sinken. Schließungen von Schulen sollen aber möglichst vermieden werden, sagte Clemens. Allerdings würden die Entscheidungen vor Ort getroffen.
Lehrermangel in ländlichen Regionen
„Wir sorgen für einen Puffer, um Lehrkräfte zu entlasten und die Bildungsqualität zu erhöhen“, sagte Clemens. Geplant sei beispielsweise in Klassenstufe 3 eine Stunde mehr Sachunterricht und in Klassenstufe 4 eine dritte Sportstunde. Zudem soll der planmäßige Unterrichtsausfall „so gut es geht“ reduziert werden.
Dazu brauche es auch die Bereitschaft von Lehramtsabsolventinnen und -absolventen, sich etwa für eine Einrichtung im Erzgebirge oder in anderen Bedarfsregionen zu bewerben. Was nach wie vor fehle, seien Lehrkräfte im ländlichen Raum sowie an Oberschulen, Förderschulen und Berufsschulen, sagte Clemens.
In Sachsen lernen derzeit rund 440.000 Kinder und Jugendliche an allgemeinbildenden Schulen. Bis 2040 reduziert sich die Schülerzahl laut Prognosen um rund 80.000 Kinder. In diesem Jahr werden Clemens zufolge rund 1.500 Lehrkräfte in den Ruhestand gehen.