Sachsen-Anhalt verbessert Opferschutz bei häuslicher Gewalt
Magdeburg (epd).

Frauen sollen in Sachsen-Anhalt besser vor häuslicher Gewalt geschützt werden. Um Behörden, Frauenhäusern sowie Beratungs- und Hilfestellen eine klare Orientierung für den Umgang mit Betroffenen zu bieten, hat das Land den Opferschutz verbessert und eine ressortübergreifende Handlungsempfehlung erarbeitet, teilte das Innenministerium in Magdeburg am Mittwoch mit. Damit solle die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen gestärkt und Schutzmaßnahmen nach einheitlichen und nachvollziehbaren Kriterien umgesetzt werden.

Im Vorjahr seien landesweit 8.819 Fälle häuslicher Gewalt registriert worden, hieß es. Damit sei die Zahl dieser Gewaltstraftaten neuerlich gestiegen sagte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) und forderte, dass „begangene Straftaten konsequent verfolgt werden“ müssten. Notwendig sei zudem ein verbesserter Opferschutz, um zukünftige Straftaten zu verhindern, sagte die Ministerin.

Polizei hat Schlüsselrolle beim Schutz Betroffener

Beim Opferschutz habe die Polizei eine Schlüsselrolle, um Gefährdungslagen frühzeitig zu erkennen und Betroffenen durch Gefahren abwehrende Maßnahmen zu schützen. Zudem könne die Polizei „alle relevanten Behörden und Opferhilfeeinrichtungen in Fallkonferenzen“ zusammenbringen, „um ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln zu ermöglichen“, sagte Zieschang.

Nach Einschätzung von Justizministerin Franziska Weidinger (CDU) ist „häusliche Gewalt kein Privatproblem“. Mit der gemeinsamen Handlungsempfehlung solle neben der Strafverfolgung und einem schnelleren Schutz für Betroffene auch „eine enge und vertrauliche Zusammenarbeit der Behörden und Gerichten“ sichergestellt werden.