Protest im Liegen: ME/CFS-Erkrankte fordern mehr Forschung
Berlin (epd).

Eine Demonstration im Liegen hat auf die Krankheit ME/CFS aufmerksam gemacht. Schwer erkrankte Menschen könnten sich selbst kaum noch versorgen und erhielten falsche, psychische Diagnosen, sagte Mandy Kayser von der Initiative „Liegenddemo“ am Freitag während der Protestaktion in Berlin. Rund 50 Menschen legten sich neben das Bettenhaus der Berliner Charite.

ME/CFS steht für die schwere neuroimmunologische Erkrankung Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom. Erkrankte litten häufig unter starken Schmerzen und Schlafstörungen und müssen sich über lange Zeiträume in abgedunkelte Räume zurückziehen.

Über 60 Prozent der Erkrankten sind arbeitsunfähig

Kayser, deren Sohn selbst betroffen sei, beklagte, Ärzte täten die Multisystemerkrankung häufig als psychologische Symptome ab. Auch die Forschung nach Behandlungsmöglichkeiten müsste verstärkt werden, genauso wie die medizinische Versorgung. Regelmäßig würden Menschen an den Folgen der Krankheit sterben. Im Gedenken an die Verstorbenen wurde während der Demonstration ein Kreuz mit Namen aufgestellt.

Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS sind in Deutschland schätzungsweise 650.000 Menschen erkrankt. Ein Viertel von ihnen könne das Haus nicht mehr verlassen, viele seien auf Pflege angewiesen. Über 60 Prozent der Betroffenen seien arbeitsunfähig. Die Krankheit tritt häufig als Folge von Infektionskrankheiten auf. Den Angaben nach kam es infolge der Corona-Pandemie zu einem starken Anstieg von ME/CFS-Fällen bei Post-Covid-Erkrankten.