An einem vertraulich gehaltenen Ort in Berlin ist von Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) ein neues Frauenschutzhaus eröffnet worden. Wie die Senatssozialverwaltung am Freitag mitteilte, bietet das nunmehr neunte Haus in Berlin ab sofort 26 Familienplätze an, um Frauen einen Neustart in ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen. Der Träger der Einrichtung sei Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.
In den barrierearmen Wohnungen können Frauen mit mehreren Kindern leben. Dazu werden psychosoziale Beratung und pädagogische Unterstützung angeboten. Für den Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Martin Hoyer, ist das neue Frauenschutzhaus ein Schritt in die richtige Richtung: „Mehr Plätze sind angesichts der erschreckend hohen und weiter zunehmenden Zahl von häuslicher Gewalt dringend nötig.“
Zu wenig Platz, dafür mehr Finanzierung
Mit der Neueröffnung gibt es in Berlin derzeit 393 Familienplätze; 293 davon entsprechen Vorgaben der Istanbul Konvention, einem Abkommen des Europarats aus 2018 zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Berlin müsste jedoch 390 konforme Familienplätze vorhalten. Daher arbeite die Senatsverwaltung an der Inbetriebnahme weiterer Häuser, hieß es.
Für die Finanzierung hatte das Berliner Abgeordnetenhaus in diesem Jahr neun Millionen Euro zur Verfügung gestellt, im folgenden Jahr über zehn Millionen Euro zusätzlich zum jeweils geplanten Haushalt. Kiziltepe betonte: „Der Schutz von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern hat für den Berliner Senat höchste Priorität.“