Mehr Nachbarschaftshilfe in der Pflege
Potsdam (epd).

Brandenburg will die Nachbarschaftshilfe in der Pflege besser unterstützen. Dafür könnten nun auch Einzelpersonen als ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer und damit als sogenannte „alltagsunterstützende Angebote“ anerkannt werden, teilte das Sozialministerium am Montag in Potsdam mit. Zuhause lebende Pflegebedürftige könnten sich dann künftig auch Aufwandsentschädigungen für diese nachbarschaftliche Hilfe von bis zu 131 Euro im Monat rückwirkend von den Pflegekassen erstatten lassen.

In Brandenburg gibt es den Angaben zufolge mehr als 190.000 pflegebedürftige Menschen, die in der eigenen Häuslichkeit versorgt werden. Viele von ihnen bräuchten Hilfe im Alltag, beispielsweise beim Einkaufen, im Haushalt, bei Fahrten zum Arzt, beim Ausfüllen von Formularen oder auch beim Spazierengehen, hieß es. Auf den Entlastungsbetrag nach Paragraf 45 im elften Sozialgesetzbuch hätten alle pflegebedürftigen Versicherten Anspruch, die zuhause versorgt werden und einen Pflegegrad haben.

Häusliche Pflege stärken

Sozialministerin Britta Müller (parteilos) erklärte, damit werde die häusliche Pflege gestärkt. „Menschen mit Pflegebedürftigkeit möchten so lange wie möglich zuhause wohnen“, betonte sie. Die Nachbarschaftshilfe in der Pflege sei eine wichtige Maßnahme, die genau dies unterstütze und ermögliche. Das ehrenamtliche Engagement habe auch für die häusliche Pflege eine immense Bedeutung. Pflegebedürftigen werde es nun leichter gemacht, für diese ehrenamtliche Hilfe einen kleinen Geldbetrag zahlen zu können. Auch der Einsamkeit im Alter werde so vorgebeugt.