Kampagne zur sexuellen Gesundheit startet in Thüringen
Erfurt (epd).

Das Präventionsprojekt „Liebesleben - Das Mitmach-Projekt“ wird dauerhaft in Thüringen verankert. Die Thüringer Ministerien für Gesundheit und Bildung, die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit vereinbarten dazu am Donnerstag eine Zusammenarbeit, teilten die Beteiligten mit.

Das Projekt richtet sich den Angaben zufolge an Jugendliche an weiterführenden Schulen. Vermittelt werden unter anderem Wissen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen, zu Schutz und Safer Sex, zu Beziehungen, Körper, Gefühlen, Vielfalt sowie zu Sexualität in den Medien.

Sensible Themen altersgerecht und sachlich im Unterricht aufgreifen

Bisher sei das Projekt in Thüringen nur punktuell an einzelnen Schulen angeboten worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Künftig sollen die Inhalte flächendeckend in den Unterricht gebracht werden. Dafür wurden nach Angaben der Beteiligten 21 Trainerinnen und Trainer aus zehn Gesundheitsämtern und weiteren Einrichtungen ausgebildet. Sie sollen Lehr- und Fachkräfte fortbilden und Schulen bei der Umsetzung unterstützen.

Die Kosten für die Qualifizierung der Trainer übernehme das Gesundheitsministerium, sagte eine Sprecherin. Erste Schulungen hätten bereits im Juni 2026 stattgefunden.

Gesundheitsstaatssekretärin Tina Rudolph (SPD) betonte, wirksame Infektionsprävention gelinge vor allem durch verlässliches Wissen, eine zielgruppengerechte Ansprache und die Stärkung von Handlungskompetenzen. Bildungsminister Christian Tischner (CDU) erklärte, das Angebot unterstütze Schulen dabei, sensible Themen altersgerecht und sachlich im Unterricht aufzugreifen.