Eine neue Lernplattform hilft Lehrkräften, Antisemitismus in sozialen Netzwerken zu erkennen und ihm entgegenzutreten. Im Mittelpunkt der Plattform stehe ein etwa 15-minütiges Online-Spiel, dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer antisemitische Posts entdecken sollen, teilte die Universität Duisburg-Essen am Freitag in Berlin mit. Die Universität hat das Spiel gemeinsam mit der Jewish Claims Conference entwickelt.
Besonders seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg seien junge Menschen im Netz vielfach judenfeindlichen und den Holocaust verharmlosenden Inhalten in sozialen Medien ausgesetzt, hieß es. Lehrkräfte sollten durch das Bildungsangebot „ShoutOut“ in die Lage versetzt werden, antisemitische Inhalte zu identifizieren und deren Verbreitungsmechanismen zu verstehen. Das Spiel stehe auf Deutsch und auf Englisch zur Verfügung.
Durchdachter Rahmen
Die Bildungswissenschaftlerin Monika Hübscher, die an der Entwicklung von „ShoutOut“ beteiligt war, erklärte, das Spiel schaffe einen inhaltlich und didaktisch durchdachten Rahmen, um mit Jugendlichen über Antisemitismus in sozialen Medien ins Gespräch zu kommen. So könne Schule ihren politischen Bildungsauftrag besser erfüllen.
Laut dem Repräsentanten der Claims Conference in Europa, Rüdiger Mahlo, schärft das Spiel kritisches Denken und stärkt digitale Resilienz. Judenfeindschaft verbreite sich über soziale Medien. „Wer junge Menschen dagegen wappnen will, muss ihnen mehr vermitteln als Fakten“, sagte er. Lehrerinnen und Lehrer müssten Desinformation entlarven können.