Die Diakonie Sachsen dringt auf frühzeitige Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. Allerdings seien die Kapazitäten vielerorts ausgeschöpft, auch bei den Beratungsstellen der Diakonie, teilte der Wohlfahrtsverband am Freitag in Radebeul bei Dresden mit. Bei den Themen Prävention und Beratung dürfe jedoch nicht gespart werden.
Wegen fehlender Therapieplätze blieben Betroffene länger in der Beratung, hieß es. Dies bringe die Beratungsstellen an ihre Grenzen. Ein zeitnahes Terminangebot sei häufig nicht möglich.
Hilfen kommen oft zu spät
Sachsens Diakoniechef Dietrich Bauer erklärte: „Hinter jeder langen Wartezeit steht ein Mensch, der gerade Unterstützung braucht.“ Wenn Hilfe zu spät komme, werden laut Bauer „Probleme häufig größer und ihre Bewältigung schwieriger, langwieriger und damit teurer“. Eine frühzeitige Unterstützung sei nicht nur sozialpolitisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich.
Laut Diakonie verlassen in Sachsen jährlich mehr als 3.200 junge Menschen die Schule ohne Abschluss. Dies sei „nicht allein eine Folge fehlender sozialer Unterstützung“. Es zeige jedoch, „wie eng Bildung, soziale Situation und Zukunftschancen miteinander verbunden sind“. Gesundes Aufwachsen sei „keine private Angelegenheit, sondern eine politische Aufgabe“, erklärte Bauer.