Die weiterführenden Schulen Berlins führen künftig einen erweiterten Reanimationsunterricht in Zusammenarbeit mit der ADAC-Stiftung durch. Die auf fünf Jahre angelegte Kooperation umfasse zusätzliche Übungspuppen, speziell entwickelte Unterrichtsmaterialien sowie eine Handreichung für Lehrkräfte, teilte die Senatsbildungsverwaltung am Mittwoch mit. Ziel sei, die Zahl der Ersthelferinnen und Ersthelfer in Berlin deutlich zu erhöhen.
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erklärte, bei einem Herzstillstand entschieden die Menschen vor Ort über Leben und Tod. Daher sei es ihr wichtig, dass „Schülerinnen und Schüler früh lernen, Verantwortung zu übernehmen und im Notfall zu handeln“. Die Vorständin der ADAC-Stiftung, Christina Tillmann, bekräftigte: „Lebensrettung gehört ins Klassenzimmer.“ Allein für die Übungspuppen stellt die Stiftung nach Angaben eines Sprechers der Senatsbildungsverwaltung bis zu 40.000 Euro bereit.
Projekt mit Charité- und Vivantes-Kliniken
Bereits mehr als 70 Oberschulen beteiligen sich an dem gemeinsam mit den Kliniken Charité und Vivantes im Jahr 2016 eingeführten Projekt „Berliner Schüler retten Leben“. Mit der Kooperation werde der Reanimationsunterricht ab der siebten Jahrgangsstufe ausgebaut und auf alle weiterführenden Schulen der Stadt ausgeweitet, hieß es. Lehrkräfte würden über Partner wie Vivantes und Charité qualifiziert.
Bislang stehen nur im Saarland Wiederbelebungsmaßnahmen verpflichtend auf dem Stundenplan. In diesem Jahr wollen Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Reanimationsunterricht im Lehrplan verankern.