Bislang machen 82 zusätzliche angehende Lehrer in Thüringen von der Möglichkeit Gebrauch, schon während ihres Referendariats freiwillig mehr zu arbeiten. Das seien 300 Unterrichtsstunden, die unmittelbar in den Schulen ankommen, sagte Bildungsminister Christian Tischner (CDU) in Erfurt dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. Jede einzelne dieser Stunden entlaste die Kollegien vor Ort und ermögliche den angehenden Lehrkräften zusätzliche wertvolle Praxiserfahrungen im eigenen Klassenzimmer.
Tischner betonte, es handele sich um ein vollwertiges Bildungsangebot. Wer diese Möglichkeit im Referendariat nutze, der traue sich das auch zu. Diese Bereitschaft verdiene Anerkennung. Das Angebot sei ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Bildungsqualität im Freistaat. In Thüringen fällt noch immer fast jede zehnte Unterrichtsstunde aus.
Bis zu fünf Stunden mehr
Lehramtsanwärter und -anwärterinnnen können dabei den Umfang ihrer wöchentlichen Mehrarbeit bis zu maximal fünf Unterrichtsstunden jeweils selbst bestimmen. Die Entscheidung, ob ein Lehramtsanwärter eine Nebentätigkeit wahrnehmen kann, treffen die Ausbildungsschulen in Abstimmung mit dem Studienseminar und dem jeweils zuständigen Schulamt.
Besonders ausgeprägt ist das Interesse nach Angaben des Ministeriums im Schulamt Westthüringen. Hier besserten sich aktuell 29 Referendare ihr Gehalt mit insgesamt 83 zusätzlich gegebenen Unterrichtsstunden auf. Schlusslicht in der Statistik sei das Schulamt Mittelthüringen. Hier seien nur zwölf angehende Pädagogen in das Programm mit insgesamt 49 zusätzlichen Stunden pro Woche eingebunden.