Sachsen fördert Musikinstrumenten-Museum im Vogtland
Dresden, Markneukirchen (epd).

Das Musikinstrumenten-Museum im sächsischen Markneukirchen im Vogtlandkreis soll um einen Neubau erweitert und modernisiert werden. Für den Planungswettbewerb stellt der Freistaat Sachsen 108.000 Euro an Fördermitteln bereit, wie das sächsische Kulturministerium am Montag in Dresden mitteilte. Die Stadt Markneukirchen übernehme einen Eigenanteil in Höhe von 12.000 Euro an den Gesamtkosten von 120.000 Euro.

Die Ergebnisse des Planungswettbewerbs sollen laut Ministerium 2027 präsentiert werden. Geplant sei ein Erweiterungsbau, um den Flächenbedarf des Museums zu decken und die Depotsituation zu verbessern. Die Dauerausstellung soll neu konzipiert werden. Ein Baubeginn stehe noch nicht fest, hieß es. Das Museum beherbergt eine 140 Jahre alte Sammlung mit mehr als 4.000 Instrumenten aus aller Welt.

Traditionelles Handwerk

2027 feiert Markneukirchen die Gründung der „Geigenmacher-Innung“ vor 350 Jahren. Diese gilt als älteste Handwerksinnung des deutschen Musikinstrumentenbaus. Bis heute werden in der Region hochwertige Instrumente gefertigt, neben Streichinstrumenten auch Blasinstrumente und Zupfinstrumente. Die 1677 gegründete Innung vereint heute rund 100 Handwerksbetriebe. Der sogenannte Musikwinkel genießt laut Ministerium Weltruf, etliche Meisterstücke werden von Profimusikern weltweit gespielt.

Der vogtländische Musikinstrumentenbau gehört seit 2014 zum bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Die Tradition des Instrumentenbaus brachten vor mehr als 350 Jahren protestantische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen nach Sachsen.