Orchester leiden unter fehlenden Stellenbesetzungen
Berlin (epd).

Die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono hat fehlende Stellenbesetzungen bei Berufsorchestern kritisiert. Aktuell sei bei den 129 Berufsorchestern in Deutschland fast jede 20. Planstelle vakant, teilte Unisono am Dienstag in Berlin mit. Insgesamt seien 456 auf dem Papier vorhandene Arbeitsplätze nicht besetzt. Schuld sei vor allem die Finanznot der Kommunen. Der Verband ist die Gewerkschaft der Berufsmusiker in Deutschland.

Zudem würden Fachkräftemangel, regionale Standortnachteile und zum Teil lange Einstellungsverfahren die Besetzung erschweren, hieß es. Wo jedoch eine Unterbesetzung über längere Zeiträume hingenommen werde, entstehe der Eindruck eines stillen Personalabbaus. Hohe Vakanzquoten haben demnach etwa das Philharmonische Orchester Erfurt mit 21 Prozent, das Orchester der Komischen Oper Berlin mit 18 Prozent und das Gürzenich-Orchester Köln mit 14 Prozent.

Sorgen bereitet öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Laut Unisono hat sich die Zahl der vorhandenen Musikerstellen in Berufsorchestern in den vergangenen beiden Jahren stabilisiert. In diesem Jahr gebe es 9.748 ausgewiesene Planstellen und damit 33 weniger als 2024. Tatsächlich seien jedoch aktuell nur 9.292 Stellen besetzt.

Große Sorgen macht sich Unisono über „die steigenden Unsicherheiten der Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“. Zunehmend seien davon die Rundfunkorchester, -chöre und -bigbands betroffen, hieß es. Derzeit gebe es konkrete Überlegungen beim SWR und SR, die auf einen Stellenabbau bei der Deutschen Radiophilharmonie hinausliefen.