Museum erwirbt DDR-Rennwagen der Firma Melkus
Dresden (epd).

Das Verkehrsmuseum Dresden hat ein Exemplar des einzigen in Serie gebauten Sportwagens der DDR angekauft. Der nahezu im Originalzustand erhaltene Melkus RS 1000 aus dem Jahr 1972 sei eine „Design-Ikone“, teilte das Museum am Mittwoch in Dresden mit. Diese Fahrzeuge seien zwischen 1969 und 1979 von der Dresdner Melkus KG unter Leitung von Heinz Melkus (1928-2005) entwickelt und gebaut worden. Lediglich 101 Exemplare sind den Angaben zufolge erhalten.

Heinz Melkus war einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rennwagenfahrer der DDR. Mit dem Erwerb des Melkus-Wagens schließe das Verkehrsmuseum eine wichtige Sammlungslücke, hieß es. Das erlesene Stück ostdeutscher Automobilgeschichte ist bis zum 21. Juni im Lichthof des Museums zu besichtigen. Der Ankauf wurde von mehreren Förderern unterstützt, darunter die Kulturstiftung der Länder.

Kreativität in der DDR

Der auf dem Wartburg 353 basierende Rennsportwagen war der einzige für die Straße zugelassene Sportwagen der DDR. Das vom Museum erworbene Exemplar stammt aus dem Besitz des Enkels des Firmengründers, Sepp Melkus. Zuvor stand der Wagen mehr als 30 Jahre lang in einem privaten Museum in Belgien.

Die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Christine Regus, erklärte, der Wagen stehe „für den Erfindungsreichtum und die Kreativität, mit denen in der DDR auf schwierige wirtschaftliche Bedingungen reagiert wurde“. Seine Geschichte erzähle auch von Hoffnungen, Sehnsüchten und technischen Ambitionen. Mit dem Design griff Melkus die Formensprache amerikanischer und westeuropäischer Marken seine Zeit auf.