Die Klassik Stiftung Weimar hat zum 150. Geburtstag des Malers und Grafikers Alexander Olbricht (1876-1942) eine umfangreiche Schenkung aus dessen Nachlass erhalten. Die Erbinnen des Künstlers übergeben den Museen 540 Grafiken, historische Fotografien und weitere Arbeiten, teilte die Stiftung am Dienstag mit. Darunter befinden sich auch bislang unbekannte Werke von Olbrichts Ehefrau Margarete Thurow, die zu den ersten Studentinnen der Weimarer Kunstschule gehörte.
Das Konvolut umfasst laut Stiftung 275 Glasplattennegative sowie 62 frühe Fotoabzüge von Alexander Olbricht und seinem Vater Gustav Olbricht. Die Aufnahmen zeigen Landschaften und Szenen des Familienlebens aus dem Weimarer Umland sowie aus Olbrichts schlesischer Heimat. Hinzu kommen 55 Druckgrafiken von Olbricht und seinem engen Freund Marcus Behmer (1879-1958), darunter aufwendig gestaltete Exlibris. Auch persönliche Erinnerungsstücke wie ein von Behmer bemaltes Hühnerei gehören zu der Schenkung.
In Qualität und Umfang außergewöhnlich
Museumsdirektorin Annette Ludwig bezeichnete die Übergabe als in Qualität und Umfang außergewöhnlich. Sie ergänze die Sammlung nicht nur durch Arbeiten Olbrichts und seines künstlerischen Umfelds, sondern eröffne zugleich neue Einblicke in das Werk von Margarete Thurow.
Olbricht kam 1899 zum Studium nach Weimar und blieb hier bis zu seinem Tod. Der von der Weimarer Malerschule geprägte Künstler schuf vor allem Zeichnungen sowie Radierungen, Lithografien und Holzschnitte. 1921 wurde er Professor an der Hochschule für bildende Kunst in Weimar. 1935 zwang ihn das NS-Regime zum Ausscheiden aus dem Lehramt.