Nach dem Rückzug der langjährigen Kuratorin Gitta Heil im vergangenen Jahr soll die Geraer Höhler-Biennale ab 2029 neu aufgelegt werden. Gemeinsam mit dem Geraer Höhler-Verein werde bis dahin ein personelles und inhaltliches Konzept entwickelt, teilte Kulturamtsleiter Felix Eckerle am Mittwoch mit. Zudem sei für die unterirdischen Gänge unter dem Naturkundemuseum eine Lösung gefunden worden, die deren Besichtigung dauerhaft absichere.
Die Höhler-Biennale als internationales Ausstellungsprojekt für zeitgenössische Kunst hatte seit 2003 im zweijährigen Rhythmus die besondere Architektur der Keller unter der Stadt mit ihren engen Gängen und Gewölben für künstlerische Arbeiten genutzt. Initiiert von der Stadt und regionalen Kulturakteuren habe sich die Biennale zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens in Ostthüringen entwickelt, betonte Eckerle. Sie ziehe regelmäßig Kunstschaffende sowie Publikum aus dem In- und Ausland an.
Neue Kuratorin
Bei den Höhlern handelt es sich um ein verzweigtes System unterirdischer Lagerkeller aus dem 16. und 17. Jahrhundert unter der Geraer Altstadt. Ursprünglich waren es 250 Keller. Etwa die Hälfte davon ist heute noch vorhanden, ein kleiner Teil ist für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Kulturamt und Ehrenamtliche der Biennale möchten sich nach eigenen Angaben Zeit nehmen, um die kommende Ausstellung vorzubereiten. Auch die Finanzierung müsse langfristig abgesichert werden, hieß es. Deshalb werde der übliche Rhythmus durchbrochen und die Biennale entfalle im kommenden Jahr. In jedem Fall solle der Charakter des bisherigen Kunstfestivals beibehalten werden.
Wieland Kögel vom Höhler-Verein betonte, es sei bereits eine junge Kuratorin für die Biennale gefunden worden. Derzeit führe die Stadt Gespräche, um ihre Anstellung vorzubereiten. Ein zentrales Problem des Vereins bleibe jedoch die Überalterung von Teilen seiner Mitglieder.
Unterstützung vom Ehrenamt
Zugleich kündigte die Stadtverwaltung an, die zehn miteinander verbundenen Keller unter dem Naturkundemuseum in diesem Jahr doch wieder regelmäßig für Besucher zugänglich zu machen. Nachdem ein Weiterbetrieb durch Kräfte des Museums für 2026 zunächst nicht habe abgesichert werden können, helfen demnach künftig Ehrenamtliche des Höhler-Vereins sowie des Gästeführervereins der Region Gera aus.
Ziel sei es gewesen, diese Geraer Besonderheit als geschichtsträchtigen Ort weiter zeigen zu können, hieß es. Ab März werde das Stollensystem wieder für individuelle Besuche zugänglich sein.